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Israel : Netanjahu: „Knock-out-Sieg“ gegen Irans Atomprogramm möglich

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Bild: dpa

Im Interview mit der F.A.Z. fordert Israels Ministerpräsident Netanjahu, die Sanktionen gegen Teheran beizubehalten und noch zu verschärfen. „Iran hängt wirtschaftlich wegen der Sanktionen schon in den Seilen.“

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          Wenige Tage vor den neuen Atomgesprächen hat die israelische Regierung davor gewarnt, die Sanktionen gegen Iran zu lockern. Teheran werde in den Verhandlungen nächste Woche in Genf nur zu „kosmetischen Änderungen“ bereit sein, die es dem Regime am Ende erlaubten, in den Besitz von Nuklearwaffen zu gelangen, sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag in Jerusalem im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.). „Ein schlechtes Abkommen ist schlimmer als gar kein Abkommen.“

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Weiter sagte Netanjahu: „Iran hängt wirtschaftlich wegen der Sanktionen schon in den Seilen. Wir sind in der zwölften Runde dieses Boxkampfes, in dem man auf friedlichem Weg einen Knock-out-Sieg gegen das iranische Nuklearprogramm erzielen könnte, indem man die Sanktionen beibehält und noch verschärft.“

          „Wer auf Urananreicherung besteht, will Atomwaffen bauen“

          Israel bevorzuge eine Verhandlungslösung, sagte Netanjahu. Entscheidend sei jedoch der Inhalt der Übereinkunft, nicht die Dauer der Gespräche. Iran habe wie andere Staaten auch das Recht, Atomenergie für zivile Zwecke zu nutzen. Allerdings schenkt Netanjahu entsprechenden iranischen Beteuerungen keinen Glauben: „Wer auf Urananreicherung besteht, will Atomwaffen bauen“, sagte Netanjahu der F.A.Z. Teheran müsse seine Zentrifugen und seine Plutoniumproduktion aufgeben. Dieser Ansicht seien auch die meisten arabischen Staaten.

          Der Israelische Regierungschef verwies auf Nordkorea, wo schon einmal ein Abkommen mit einem Schurkenstaat gefeiert worden sei, der Atomwaffen anstrebte. „Damals sagten alle, die Einigung sei der Beginn eines neuen Zeitalters. Ein Jahr später zündete Nordkorea seinen ersten nuklearen Sprengsatz.“ Mit Iran dürfe sich das nicht wiederholen, sagte Netanjahu. „Iran – das ist wie 50 Mal Nordkorea. Ein aggressives Regime, das auf der ganzen Welt Terror verbreitet.“

          Nach Netanjahus Einschätzung bedeutet die iranische Präsidentenwahl keinen grundlegenden Politikwechsel in Teheran. Letztlich entscheide über das Atomprogramm nur der Oberste Führer Ajatollah Chamenei. Präsident Hassan Rohani und sein Vorgänger Mahmud Ahmadinejad seien „nur seine ergebenen Diener“. Auf Betreiben Chameneis habe Iran auch Europa ins Visier genommen, sagte Netanjahu. Das Land arbeite an Interkontinentalraketen, die auch Europa und Amerika erreichen könnten.

          Das Interview mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lesen Sie in der F.A.Z. vom 11. Oktober 2013. Hier können Sie die aktuelle E-Paper-Ausgabe erwerben.

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