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Kommentar : Netanjahu muss sich Vorwürfen stellen

Benjamin Netanjahu sollte sich den Vorwürfen stellen. Bild: dpa

Für Netanjahu wird die politische Zukunft immer schwieriger. In arabischen Nachbarländern wären die Korruptionsvorwürfe eine Lappalie. Israel muss sich aber an anderen Maßstäben messen lassen.

          Aus zwei Gründen wird es eng für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, nach den vorgezogenen Parlamentswahlen am 9. April weiter im Amt zu bleiben. Zum einen tritt er nicht mehr gegen eine schwache Opposition an. Die neue Allianz der Parteien des früheren Generalstabschefs Benny Gantz und des früheren Finanzministers Yair Lapid könnte noch vor Netanjahus Likud die größte Partei in der Knesset werden.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Wie eine Verzweiflungstat erscheint, dass Netanjahu nun mit einer rassistischen Partei paktiert, die sich für physische Gewalt gegen die Palästinenser ausspricht. Zum anderen droht ihm Ungemach, weil die Anklageerhebung gegen ihn wegen Korruptionsvorwürfen, wie sie die Polizei empfiehlt, konkret wird. Netanjahu soll sein Amt missbraucht haben, indem er sich habe bestechen lassen und indem er Freunde begünstigt habe.

          Was in den benachbarten arabischen Staaten eine Lappalie wäre, darf in der israelischen Demokratie, die sich an anderen Maßstäben messen lassen muss, nicht einreißen. Ob Wahlen anstehen oder nicht: Netanjahu muss sich den Vorwürfen stellen.

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