https://www.faz.net/-gpf-711i3

Israel : Früherer Ministerpräsident Schamir gestorben

  • Aktualisiert am

Die Biografie des frühere israelische Ministerpräsidenten Schamir enthält viele schillernde Elemente Bild: dpa

Im Alter von 96 Jahren ist der frühere Ministerpräsident Yitzhak Schamir gestorben. Schamir hatte Zugeständnisse an die Palästinenser stets abgelehnt. Deshalb kam es auch zum Bruch mit der Likud-Partei und dem heutigen Ministerpräsidenten Netanjahu.

          1 Min.

          Der ehemalige israelische Ministerpräsident Yitzhak Schamir ist tot. Schamir starb mit 96 Jahren, wie das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu am Samstag mitteilte. Schamir wurde 1915 in Rojino in Polen geboren, wanderte 1935 nach Palästina aus und gehörte zu den zionistischen Hardlinern, die für einen israelischen Staat vom Mittelmeer bis zum Jordan kämpften und Zugeständnisse an die Palästinenser ablehnten.

          Schamir litt seit den 1990er Jahren an einer fortschreitenden Alzheimer-Erkrankung. In den letzten Jahren seines Lebens wurde er in einem Altersheim im Norden von Tel Aviv betreut. Seine Frau Schulamit starb im Juli 2011 mit 88 Jahren. Das Paar hinterlässt zwei Kinder. Schamir soll am Montag an der Seite seiner Frau auf dem Friedhof des Herzlberges in Jerusalem beigesetzt werden.

          Als Jura-Student trat er einer zionistischen Bewegung bei und engagierte sich in den 1930er Jahren im bewaffneten Kampf gegen die britische Mandatsmacht im Nahen Osten. Schamir beteiligte sich in den Gruppen Irgun und Stern an Anschlägen, mit denen die Mandatsmacht vertrieben und die Gründung des israelischen Staates ermöglicht werden sollte. Zweimal wurde er von den Briten festgenommen, allerdings gelang ihm die Flucht aus einem Gefängnis in Eritrea, von wo aus er über Dschibuti nach Paris emigrierte.

          Nach der Gründung Israels 1948 arbeitete Schamir für den israelischen Geheimdienst Mossad. Erst 1970 begann seine politische Karriere, die maßgeblich vom Chef der konservativen Likud-Partei, Menahem Begin, gefördert wurde. Als dieser jedoch das Friedensabkommen mit Ägypten von 1978 schloss, enthielt sich Schamir bei der Parlamentsabstimmung. Von 1983 bis 1984 und von 1986 bis 1992 war er dann selbst Regierungschef. 1999 trat Schamir aus der Likud-Partei aus, um gegen Zugeständnisse des heutigen Ministerpräsidenten Netanjahu an die Palästinenser zu protestieren.

          „Yitzhak Schamir hat sein Leben dem Staat Israel gewidmet“, erklärte der Sprecher des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, Jay Carney. Von seinem Einsatz für die Unabhängigkeit Israels bis zu seiner Zeit als Regierungschef habe Schamir stets die „israelische Sicherheit verstärkt“ und die „Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Israel vorangetrieben“.
           

          Weitere Themen

          Ein Brief ist nicht genug

          KSK unter Verdacht : Ein Brief ist nicht genug

          Verquere Kameraden zu enttarnen reicht nicht aus, um die Reihen der Bundeswehr-Elitetruppe dauerhaft von Extremisten frei zu halten.

          Topmeldungen

          Der Start am Weltraumbahnhof in Florida

          Cape Canaveral : Erste bemannte SpaceX-Rakete erfolgreich gestartet

          Es ist der erste bemannte Weltraumflug Amerikas seit neun Jahren – die Privatfirma SpaceX hat ihre Crew-Dragon-Kapsel ins All geschickt. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der Astronauten bisher in den Orbit befördert werden.
          Nicht nur am Mainufer, sondern auch an der Frankfurter Börse herrscht frühlingshafter Optimismus.

          Steigende Kurse trotz Krise : Das Börsenvirus

          Die Wirtschaft liegt noch am Boden, doch die Kurse an der Börse steigen und steigen. Kann die Wette auf die bessere Zukunft aufgehen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.