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Islamkonferenz : Friedrichs Handschrift

  • -Aktualisiert am

Bild: reuters

Der neue Bundesinnenminister Friedrich sieht die Zeit gekommen, nicht nur über die Integration des Islam und der Muslime in das Alltagsleben der Bundesrepublik zu sprechen, sondern die deutschen Muslime auch als Staatsbürger in die Pflicht zu nehmen.

          Jeder Bundesinnenminister hat seine eigene Handschrift. Schäuble hatte die Islamkonferenz gegründet, um dem brisantesten Teil der von der Kanzlerin zur zentralen Regierungsaufgabe erhobenen Integrationspolitik den gebührenden Platz zu geben.

          De Maizière hat die Idee, unter Vorsitz des Bundes die Aufgabenstellungen für die Länder und Kommunen zu sammeln, aber auch die Erwartungen an die Verbände der Muslime zu formulieren sowie deren Vorschläge, Angebote und Forderungen entgegenzunehmen, schon etwas weniger großzügig weitergeführt. Sein Nachfolger Friedrich, der wohl auch die weiteren Treffen leiten wird, sieht die Zeit gekommen, nicht nur über die Integration des Islam und der Muslime in das Alltagsleben der Bundesrepublik zu sprechen, sondern die deutschen Muslime auch als Staatsbürger in die Pflicht zu nehmen. Sein Plan einer Sicherheitspartnerschaft soll jedoch von den bisherigen Konferenzthemen getrennt behandelt werden, um diese nicht zu belasten.

          Der Dialog ist schwierig genug. Die bei Muslimen und vielen Einheimischen gehegten Erwartungen, es reiche ein guter Wille, um allen 700.000 muslimischen Kindern an deutschen Schulen im Handumdrehen Religionsunterricht zu geben, hat sich - wie könnte es anders sein - als frommer Wunsch erwiesen. Mit einigen Pilotprojekten ist die Kultusministerkonferenz erst dabei, die Ausgestaltung eines solchen Unterrichts zu entwickeln.

          Die bisher im Lande tätigen Imame, von denen viele Beamte des türkischen Staates sind, einfach in die Schulen zu schicken entspricht weder der Vielfalt der islamischen Glaubensrichtungen noch dem deutschen Schulrecht. Doch bevor die Lehrer ausgebildet werden, müssen die Hochschullehrer berufen werden. Nach welchen Kriterien, das war am Dienstag die Frage. Und von der Befähigung der Schulämter, den Unterricht zu beaufsichtigen, war bislang noch zu wenig die Rede.

          Auf der einen Seite stehen der deutsche Föderalismus und die unterschwellige Konkurrenz der in Bund und in den Ländern regierenden Parteien. Auf der anderen sind die Disharmonien zwischen den beteiligten muslimischen Verbänden und jenen, die sich heraushalten, nicht zu überhören. Letztlich aber muss Friedrich das Kunststück schaffen, den Muslimen als Gemeinschaft und als Individuen gleichzeitig gerecht zu werden. Nur: wie macht man das erfolgreich?

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