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Islamistischer Terrorismus : Französischer Syrien-Kämpfer in Berlin festgenommen

  • -Aktualisiert am

Dieses auf einer Islamisten-Website veröffentlichte Bild zeigt angeblich Isis-Kämpfer im Nordirak Bild: AFP

Die Bundespolizei hat nach F.A.Z.-Informationen einen Islamisten mit französischem Pass festgenommen, als er in Berlin einreisen wollte. Er hatte sich in Syrien der Terrorgruppe Isis angeschlossen. Auch zwei Deutsche Islamisten wurden vorübergehend festgesetzt.

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          Drei Wochen nach dem Mordanschlag im Jüdischen Museum von Brüssel durch einen französischen Dschihadisten hat die Bundespolizei am Samstagabend einen aus Syrien zurückkehrenden Franzosen in Berlin festgenommen und an die Staatsanwaltschaft übergeben. Das erfuhr die F.A.Z. am Sonntag aus der Führung der Bundespolizei. Der Mann war mit dem Flugzeug aus Istanbul gekommen. Wie der mutmaßliche Mörder von Brüssel war der 1983 in Frankreich geborene B. nach Syrien gereist, um sich der Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (Isis) anzuschließen.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          B., der neben der französischen auch die algerische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte in Syrien an Kämpfen teilgenommen und war verletzt worden. Mit seinen Schusswunden hatte er mehrfach im Internet posiert und dort auch seine Rückkehr nach Frankreich angekündigt. Für die Behörden lag der Schluss nahe, dass B. zurückkehren wollte, um Kämpfer anzuwerben oder um einen Anschlag vorzubereiten.

          Der Haftprüfungstermin fand noch am Sonntag statt. B. sitzt nun in Auslieferungshaft. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat zwei Wochen Zeit zu entscheiden, ob er nach Frankreich ausgeliefert wird.

          B. war nach Informationen der F.A.Z. nicht der einzige Islamist, der in den vergangenen Tagen von Bundespolizisten festgenommen wurde. Am Freitag war ein 17 Jahre alter Deutscher mit ausländischen Wurzeln in Stuttgart vorläufig festgenommen und an die baden-württembergische Polizei übergeben worden. Über seine Identität ist nichts Näheres bekannt. Er war ebenfalls aus Istanbul gekommen. Einen Tag zuvor war eine 27 Jahre alte Deutsche am Frankfurter Flughafen aufgegriffen worden, als sie aus der Türkei zurückkehrte. Die Bundespolizei übergab sie dem hessischen Landeskriminalamt. Es bestand der Verdacht der Vorbereitung einer schweren bewaffneten Straftat. Die Frau ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

          In der Bundespolizei gilt der am Samstagabend festgenommene B. als der „dicke Fisch“ der drei Fälle. Nachdem der erste Hinweis auf seine Rückkehr aus Syrien aufgetaucht war, bat die Bundespolizei die französischen Behörden zu prüfen, ob der Fall für einen europäischen Haftbefehl reiche. Schon nach wenigen Stunden erhielt sie einen solchen. Als der mutmaßliche Täter von Brüssel zwei Monate vor dem Attentat bei einer Passkontrolle in Frankfurt aufgefallen war, hatten ihn die Franzosen lediglich zur Beobachtung ausgeschrieben, so dass er nicht festgehalten werden durfte.

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