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Islamistischer Terror : Unheiliger Krieg

So sehen sich die Dschihadisten selbst: Foto von einer ihrer Propagandaseiten im Internet Bild: AP

Der Westen muss der Propaganda des Todes der Islamisten etwas entgegensetzen und vor allem Haltung bewahren. Es gilt, den Krieg der Dschihadisten als unheilig zu enttarnen.

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          Der Westen importiert Terror, aber er exportiert ihn auch. Die vielen meist jungen Männer, die sich hierzulande von einem fernen „Heiligen Krieg“ infizieren lassen, sind in der Regel in einer freiheitlichen Wohlstandsgesellschaft aufgewachsen. Umso erschreckender daher, dass sie auf archaische Rituale hereinfallen und sich berufen fühlen, unter dem Banner einer Religion gegen (unschuldige) Andersgläubige in die Schlacht zu ziehen. Da stehen Staaten, denen die Freiheit des Einzelnen wie die der Religionen viel wert sind, recht hilflos da. Prävention gegen einsame Radikale ist fast Glückssache, und vor einem Passentzug wird ein Dschihadist nicht zittern.

          Deshalb muss der Rechtsstaat dieser diffusen Bedrohung, die auch auf den irakischen und syrischen Schlachtfeldern nicht schnell besiegt werden kann, vor allem Selbstbewusstsein entgegensetzen. Das ist es ja gerade, was die Hassprediger verachten: dass wir angeblich an nichts glaubten und unsere eigenen Werte verrieten. Dabei kann man auf diese Werte nur stolz sein.

          Es ist eine Errungenschaft, über Religion auch Witze machen zu können, ohne staatliche Sanktionen oder Selbstjustiz fürchten zu müssen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass wirklich jeder nach seiner Fasson glücklich werden kann. Dass deutschen Dschihadisten nicht die Staatsangehörigkeit entzogen wird, wenn sie sonst keine haben, drückt aus, dass niemand ganz fallengelassen wird, wie ja auch nach unserem Strafrecht keine Sanktion endgültig ist - es gibt immer einen Weg zurück in die Gesellschaft.

          Es gibt also keinen Grund, Angst zu haben. Der Satz der islamistischen Terroristen, sie würden den Tod lieben, ihre Gegner aber das Leben, verkennt, dass auch ein Christ den Tod nicht fürchten muss.

          Er kann aber der Propaganda des Todes etwas entgegensetzen. Das beginnt bei der Herrschaft über die Begriffe: Der „Islamische Staat“ ist kein Staat. Terroristen sind keine Kombattanten. Sie werden bekämpft und bestraft. Der Westen muss vor allem Haltung bewahren. Er muss den Krieg als unheilig enttarnen. Wer könnte das besser als jene, die an Körper und Seele verstümmelt aus Syrien oder dem Irak zurückkehren? Terror bedeutet Schrecken. Ob er erfolgreich ist, liegt also auch an jedem Einzelnen.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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