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Islamistische Terroristen : Isis bildet Kämpfer für Anschläge in Europa aus

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Isis-Kämpfer posieren auf einem Propaganda-Foto der extremistischen Organisation „Islamischer Staat im Irak und (Groß-)Syrien“ Bild: picture alliance / abaca

Der Anti-Terrorismus-Beauftrage der EU geht davon aus, dass Islamisten in Syrien und im Irak gezielte Unterweisung für Anschläge im Westen erhalten. Die militärischen Erfolge der Dschihadisten könnten junge Europäer noch anspornen, in den Kampf zu ziehen.

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          Die islamistischen Terroristen in Syrien und im Irak haben offenbar damit begonnen, Kämpfer aus Europa für Anschläge in ihrer Heimat auszubilden. Gilles de Kerchove, der EU-Koordinator für die Terrorismusbekämpfung, sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, es gebe Hinweise auf entsprechende Vorgänge. Wahrscheinlich erhielten die Kämpfer von der Terrorgruppe Isis Unterweisungen in der Zielauswahl und der Taktik. Er wies darauf hin, dass neben dem jüngsten Attentat auf das jüdische Museum in Brüssel, das ein Rückkehrer verübt hatte, weitere Anschlagpläne in Großbritannien und Frankreich vereitelt worden seien.

          De Kerchove sagte, ihm lägen keine Zahlen darüber vor, wie viele Europäer nach den jüngsten Vorstößen des Islamischen Staates nun auch im Irak an Kämpfen beteiligt seien. Es sei aber anzunehmen, dass auch europäische Dschihadisten in den Irak gezogen seien. Das Vorrücken der Gruppe bezeichnete er als sehr besorgniserregend, weil den Terroristen schwere Waffen wie Panzer und Hubschrauber in die Hand gefallen seien. Die Erfolge der Dschihadisten im Irak könnten einen zusätzlichen Anreiz für junge Europäer bilden, in den Kampf zu ziehen. De Kerchove forderte einen intensiveren Informationsaustausch zwischen den nationalen Polizeibehörden in der EU.

          Der amerikanische Außenminister John Kerry traf unterdessen am Sonntag in Kairo ein. Er wollte Ägyptens Präsident Abd al Fattah al Sisi um Hilfe bitten, die irakische Regierung Ministerpräsident Nuri al Malikis zu einer integrativeren Politik gegenüber den kurdischen und sunnitischen Minderheiten des Landes zu bewegen.

          Das geistliche Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei, sprach sich entschieden gegen jedwedes Eingreifen ausländischer Mächte im Irak-Konflikt aus und warf den Vereinigten Staaten vorgeworfen, den Konflikt auszunutzen. Was derzeit im Irak geschehe sei kein Krieg zwischen Sunniten und Schiiten, sagte Chamenei am Sonntag auf seiner Internetseite. Amerika wolle die Lage im Irak destabilisieren. „Die irakische Regierung, das Volk und die Würdenträger des Nachbarlandes seien selbst in der Lage, das Ende der derzeitigen „Verschwörung“ herbeizuführen.

          Das gesamte Interview mit dem EU-Beauftragten Gilles de Kerchove lesen Sie in der Montagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder im E-Kiosk.

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