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IS-Terror in Irak und Syrien : Sicherheitskreise: Schon acht deutsche Selbstmordattentäter

  • Aktualisiert am

Weltweit übt die Terrormiliz Islamischer Staat „Faszination“ auf gewaltbereite Islamisten aus Bild: AFP

Das Selbstmordattentat am Sonntag im irakischen Qara Tappah, bei dem 20 Menschen getötet wurden, war schon der achte Vorfall, der von Verfassungsschützern deutschen IS-Kämpfern zugerechnet wird.

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          In Syrien und dem Irak haben sich einem Medienbericht zufolge bereits mindestens acht Selbstmordattentäter aus Deutschland für die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in die Luft gesprengt. Ein Selbstmordattentat am Sonntag im irakischen Qara Tappah in der Provinz Diyala sei der achte Vorfall, der einem deutschen IS-Kämpfer zugerechnet werde, berichtete der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Sicherheitskreise am Mittwoch. Der Anschlag mit mindestens 25 Toten sei von einem Deutschen mit dem Kampfnamen Abu Sara al-Almani verübt worden.

          Von den acht Selbstmordattentätern stammen dem Bericht zufolge drei aus Nordrhein-Westfalen sowie einer aus Hessen. Demnach war Robert B. aus Solingen der erste Deutsche, der sich im Januar für die IS-Kämpfer in die Luft sprengte. Der 26-Jährige habe den Kampfnamen Uthman al-Almani getragen. Al-Amani ist Arabisch für „der Deutsche“.

          Schon Ende August war der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) bestätigt worden, dass der deutsche Konvertit Philip B. aus Dinslaken ein Selbstmordattentat nahe der Stadt Mossul begangen habe. B., der im Sommer 2013 nach Syrien gereist war, hatte Anfang August ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in eine Stellung der kurdischen Peschmerga gefahren. Dabei gab es mindestens zwanzig Tote.

          Ein Anschlag im irakischen Ramadi im Mai könne dem aus Frankfurt am Main stammenden Raschid B. zugeordnet werden, berichtete der „Tagesspiegel“ weiter. Der 27 Jahre alte Deutsch-Marrokaner trug demnach den Kampfnamen Abu Ajub al-Maghribi.

          Weitere Anschläge wurden einem Deutschtunesier mit dem Alias Abu Hafs al-Tunesi und Ahmet C. aus Ennepetal zugeschrieben. Unter dem Kampfnamen Abu Kakar al-Almani soll Ahmet C. 50 Menschen mit in den Tod gerissen haben.

          „Nach drei Wochen Ausbildung an die Front“

          Der IS missbrauche deutsche Islamisten, die ohne Kampferfahrung nach Syrien reisten, als Kanonenfutter, hatte Burkhard Freier, Leiter des Verfassungsschutzes in Düsseldorf, der F.A.S. gesagt „Nach einer dreiwöchigen Grundausbildung kommen sie an die Front, so dass sie dort kaum eine Überlebenschance haben“, sagte Freier.

          Der radikalsunnitische IS eroberte seit Juni weite Gebiete im Nordirak und im Bürgerkriegsland Syrien, derzeit toben heftige Kämpfe um die nordsyrische Kurdenstadt Kobane. Der IS erhält Zulauf von tausenden Freiwilligen aus aller Welt, darunter laut Sicherheitsbehörden auch mehrere hundert Deutsche.

          Die Grausamkeit der IS-Kämpfer sei für viele junge Männer in der Szene „faszinierend“. Für viele Salafisten in Deutschland seien das Kalifat und die militärischen Erfolge des IS „ein zusätzliches Motiv, nun nach Syrien auszureisen“, sagte Freier. Solange der IS Erfolg habe und seine aggressive Propaganda betreibe, werde die Zahl junger Leute in radikalen Netzwerken wie auch die Ausreisen nach Syrien weiter steigen, sagte der Verfassungsschützer der F.A.S.

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