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Irland : Higgins zum Präsidenten gewählt

  • Aktualisiert am

Irlands neuer Präsident: Michael D. Higgins Bild: AFP

Der Labour-Politiker Michael Higgins ist zum neunten Präsidenten der Republik Irland gewählt worden. Er konnte 56,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

          Der Menschenrechtsaktivist und Dichter Michael Higgins hat die Präsidentenwahl in Irland mit 56,8 Prozent der Stimmen gewonnen. Dies gab die Wahlkommission am Samstag in Dublin bekannt. Der linksgerichtete Politiker setzte sich damit klar gegen seine sechs Konkurrenten durch.

          Der 70 Jahre alte Higgins wird Nachfolger von Präsidentin Mary McAleese, die nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten durfte. Der Präsident hat in Irland lediglich eine repräsentative Funktion, jedoch hat die Amtsinhaberin maßgeblich zur Aussöhnung mit Großbritannien und der protestantischen Mehrheit in Nordirland beigetragen.

          Higgins schärfster Konkurrent, der Unternehmer Sean Gallagher, gestand seine Niederlage ein. In einer später in Dublin verbreiteten Erklärung sagte er Higgins seine „volle Unterstützung“, berichtete der britische Fernsehsender BBC. „Er hat immer gesagt, dass er ein Präsident sein wolle, auf den man stolz sein könne, und ich glaube, dass er auch so ein Präsident wird.“

          Der frühere IRA-Kommandeur Martin McGuinness von der Sinn Fein schnitt in Bezirken an der Grenze zu Nordirland gut ab. Vier weitere Kandidaten lagen weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

          Der unabhängige Bewerber David Norris, einer der sechs Gegenkandidaten von Higgins, gratulierte dem 70 Jahre alten früheren Kulturminister schon am Nachmittag zum Sieg. Auch der irische Außenminister Eamon Gilmore und dessen Vorgänger Micheal Martin sprachen Higgins ihre Glückwünsche aus. „Er wird ein exzellenter Präsident und Botschafter für Irland sein“, sagte Martin.

          Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 56 Prozent und damit deutlich unter der bei den Parlamentswahlen im März, als 70 Prozent der Iren abgestimmt hatten. Der irische Präsident hat vor allem repräsentative Aufgaben. Er soll ähnlich wie der deutsche Bundespräsident eine moralische Instanz sein; außerdem ernennt er den Premierminister oder löst das Parlament vor Neuwahlen auf.

          Die beiden letzten Inhaberinnen der Rolle, Mary Robinson und Mary McAleese, wirkten jedoch über ihre repräsentativen Aufgaben hinaus; die erste modernisierte das Präsidentenamt und setzte damit Zeichen für das ganze Land, die zweite widmete sich der Aussöhnung mit dem britischen Nachbarn - sowohl innerhalb Nordirlands im dortigen Friedensprozess als auch zwischen Dublin und London.

          Die Nordirin McAleese war 14 Jahre lang Präsidentin und durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Der neue Präsident soll am 11. November für eine Amtszeit von sieben Jahren vereidigt werden.

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