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Irans Oberhaupt Chamenei : Aufrüsten ja, Krieg nein

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Seit Monaten droht Amerikas Präsident Donald Trump Iran. Nun will Ajatollah Ali Chamenei das Militär seines Landes umfassend modernisieren. Iran müsse wachsam sein.

          Das geistliche und politische Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat einen Krieg für unwahrscheinlich erklärt und zugleich eine Aufrüstung der Streitkräfte verlangt. Das Militär müsse wachsam sein, die Zahl der Soldaten erhöhen und die Ausrüstung verbessern, wurde Chamenei am Sonntag auf seiner Homepage zitiert. Politische Überlegungen führten aber zu dem Schluss, dass keine Wahrscheinlichkeit eines militärischen Krieges bestehe, sagte Chamenei demnach vor Kommandeuren der Streitkräfte. Am Samstag hatte der stellvertretende Verteidigungsminister Muhammad Ahadi der iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge angekündigt, die Islamische Republik wolle die Fähigkeiten ihrer Raketen ausbauen.

          Zudem wolle Iran eine neue Generation von Kampfflugzeugen, Schiffen mit großer Reichweite und U-Booten beschaffen, die mit verschiedenen Waffen ausgestattet werden könnten, sagte Ahadi. Die internationalen Sanktionen hätten die iranische Rüstungsindustrie in ihrer Entwicklung nicht behindert. „Wir haben die nötige Infrastruktur und das, was wir für Forschung und Entwicklung benötigen“, sagte Ahadi. Das Land könne sich auf eine exzellente Forschungslandschaft sowie Zehntausende Techniker und Ingenieure stützen.

          Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte im August erklärt, sein Land müsse sich gegen Angriffe anderer Staaten rüsten und die Kampfkraft seines Militärs stärken. Zudem stellte Iran laut Berichten staatlicher Medien ein neues Kampfflugzeug namens „Kowsar“ vor, der vollständig im Inland produziert werde und verschiedene Waffen tragen könne.

          Amerikas Präsident Donald Trump hat Iran wiederholt gedroht und nach dem Ausstieg aus dem Atomabkommen von 2015 Sanktionen gegen das Land verhängt. Trump will nun Iran zur Aushandlung eines neuen weiter reichenden Atomabkommens zwingen, das auch das Raketenprogramm der Islamischen Republik kontrolliert.

          Iran hat Waffen und Tausende Soldaten nach Syrien geschickt, um dem dortigen Präsidenten Baschar al Assad im Kampf gegen Aufständische zu helfen. Weil die Macht der eigenen Luftwaffe nicht ausreicht, hat Iran Russland gebeten, ihn bei seinem Einsatz in Syrien aus der Luft zu unterstützen. Auch Russland ist ein enger Verbündeter Assads. Die iranische Luftwaffe verfügt nur über einige Dutzend Kampfflugzeuge. Dabei handelt es sich um russische Modelle oder veraltete amerikanische Flugzeuge, die noch aus der Zeit vor der Revolution in Iran im Jahr 1979 stammen. Irans Erzrivale Saudi-Arabien kauft seine Kampfflugzeuge in den Vereinigten Staaten

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