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Irans Atomprogramm : Zwischenfall auf Baustelle bei Natans

  • Aktualisiert am

Die Anlage in Natans in einer Aufnahme aus dem Jahr 2008 Bild: dpa

Bei Natans in Iran ist es nach Angaben eines Sprechers zu einem „Vorfall“ gekommen. Der Gouverneur der Stadt spricht von einem Feuer. Das Land reichert dort Uran stärker an, als es das Atomabkommen erlaubt.

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          Ein im Bau befindliches Gebäude in der Nähe der iranischen Atomanlage Natans ist nach Angaben eines Sprechers bei einem „Vorfall“ beschädigt worden. Der Zentrifugenbetrieb der Urananreicherungsanlage habe am Donnerstag keinen Schaden erlitten, und es sei keine Radioaktivität ausgetreten, sagte ein Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation. Er bezeichnete das betroffene Gebäude als „industriellen Schuppen“, der überirdisch stehe und kein Bestandteil der Anreicherungsanlage sei. Es bestehe kein Grund zur Sorge, sagte der Sprecher laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

          Bislang waren keine Bauarbeiten bei Natans bekannt gegeben worden. Das Atomzentrum befindet sich etwa 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran. Zu Natans gehören unterirdische Einrichtungen, die von 7,60 Meter dickem Beton bedeckt sind, der Schutz vor Luftangriffen bietet. Der Gouverneur der Stadt Natans, Ramasanali Ferdowsi, beschrieb den Vorfall als „Feuer“. Feuerwehrleute und Rettungsteams seien dorthin ausgerückt, sagte er laut der halboffiziellen Agentur Tasnim.

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          Natans gehört zu den Anlagen, die auf Basis des Atomabkommens zwischen Iran und mehreren Weltmächten von der Internationalen Atomenergiebehörde überwacht werden. Die IAEA beantwortete eine Anfrage zu dem Vorfall zunächst nicht. In Natans wird Uran mithilfe von Zentrifugen angereichert. Laut IAEA reichert Iran Uran derzeit auf 4,5 Prozent spaltbaren Materials an und damit stärker als im Atomabkommen erlaubt. Für Atomwaffen ist allerdings eine Reinheit von 90 Prozent erforderlich. In der Vergangenheit waren Zentrifugen in Natans durch das Stuxnet-Computervirus zerstört worden, von dem weithin angenommen wird, dass es von den Vereinigten Staaten und Israel geschaffen wurde.

          Die IAEA hatte zuletzt von der Regierung in Teheran gefordert, die Kontrolle von verdächtigen Atom-Standorten zu erlauben. Israel sieht sich durch das iranische Atom- und Raketenprogramm in seiner Existenz bedroht. Seit Jahren gibt es internationalen Streit über den Umgang mit Iran und ein langwierig verhandeltes Atomabkommen. Darin hatte das Land stärkere Kontrollen seiner Atomwaffenaktivitäten erlaubt und dafür Erleichterungen bei internationalen Wirtschaftssanktionen bekommen. Die Vereinigten Staaten hatten sich 2018 aus dem Abkommen zurückgezogen.

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