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Abkommen ohne Amerika : So stellt sich Iran den Atom-Deal der Zukunft vor

  • Aktualisiert am

Ist verhandlungsbereit: Irans Präsident Hassan Ruhani Bild: dpa

Iran kann sich weiterhin eine Zukunft des Atom-Deals vorstellen. Das Land stellt aber eine wichtige Bedingung.

          Iran will nach den Worten von Präsident Hassan Ruhani nur dann am Atomabkommen festhalten, wenn das Land wirtschaftlich davon profitiert. „Wenn die anderen Unterzeichner außer den Vereinigten Staaten die Interessen Irans sicherstellen können, will Iran weitermachen, auch ohne die Vereinigten Staaten“, machte Ruhani am Mittwoch in Wien nach einem Gespräch mit Österreichs Staatschef Alexander Van der Bellen deutlich.

          In dem Abkommen verpflichtet sich Iran, sein Atomprogramm überprüfbar zu begrenzen. Dafür sollten Wirtschaftssanktionen gegen die Islamische Republik aufgehoben werden. Die Vereinigten Staate wollen jedoch Iran auch zur Veränderung seiner Außenpolitik zwingen und haben das Abkommen aufgekündigt, um das Land mit Sanktionen belegen zu können.

          Weil die Vereinigten Staaten auch allen anderen Staaten mit Sanktionen drohen, die weiterhin mit Iran Geschäfte machen, ist unklar, wie sich die anderen Partner an das Atomabkommen halten können. Am Freitag wollen die Außenminister der verbliebenen Partner, darunter Deutschland, über eine Rettung des Abkommens in Wien beraten. Die einst als historisch gefeierte Vereinbarung, die Iran am Bau einer Atombombe hindern soll, war 2015 in Wien geschlossen worden.

          Van der Bellen sagte nach dem Treffen mit Ruhani, dass sich Österreich und die Europäische Union für den Fortbestand des Atomabkommens einsetzen wollten. Er bezeichnete die Vereinbarung als „Schlüsselelement in der Nichtverbreitung von Atomwaffen“.

          Ruhani war am Mittwoch nach zwei Tagen in der Schweiz nach Österreich gekommen. Er wollte sich auch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sowie dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, treffen. Am Abend wollte er in der österreichischen Wirtschaftskammer um Investitionen werben.

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