https://www.faz.net/-gpf-9avw6

Iran und Europa : Zurück in die Zukunft

  • -Aktualisiert am

Emmanuel Macron, Theresa May und Angela Merkel halten am Atomabkommen mit Teheran fest – und geraten zusehends unter Druck. Bild: EPA

Nach dem Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Iran-Deal wächst der Druck auf Europa von allen Seiten. Damit geht Trumps Strategie auf. Ein Kommentar.

          Es war absehbar, dass Iran den Einsatz im Atomstreit erhöhen würde. Das Land ist von Trump unter Druck gesetzt worden, jetzt verstärkt es seinerseits den Druck auf die Europäer: Wenn ihr uns nicht gegen die amerikanischen Sanktionen helft, dann fahren wir unser Nuklearprogramm wieder hoch, lautet die Botschaft aus Teheran. Aber die Europäer können ihre Industrie letztlich nicht dazu zwingen, im Iran-Geschäft zu bleiben.

          Der Rückzug von Firmen wie der des französischen Autokonzerns PSA zeigt, dass den Unternehmen das Risiko zu hoch wird. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass Trumps Strategie aufgeht. Im Augenblick hat er nur bewirkt, dass die westlichen Verbündeten über Kreuz liegen und Iran sich daran macht, sein Atomprogramm wieder auszubauen.

          Von der langfristigen Lösung, an der Trump angeblich arbeiten wollte, ist bislang nichts zu sehen. So bleiben nicht mehr viele Optionen. Aus Israel sind schon wieder Drohungen mit einem Militärschlag zu hören. Das hatten wir alles schon mal – vor dem Atomabkommen.

           

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

          Folgen:

          Weitere Themen

          Bremer SPD nach Wahldebakel zerknirscht Video-Seite öffnen

          Historische Niederlage für SPD : Bremer SPD nach Wahldebakel zerknirscht

          Die SPD hat Prognosen zufolge ihre jahrzehntelange Vorherrschaft in Bremen an die CDU verloren. Bei der Bürgerschaftswahl am Sonntag wurden die Christdemokraten zum ersten Mal in der Geschichte des Bundeslands stärkste Kraft, wie Prognosen zeigten.

          Topmeldungen

          Wahlsieger in Großbritannien: Nigel Farage

          Europawahl : Brexit-Partei in Großbritannien stärkste Kraft

          Mit satten 31,5 Prozent liegt die europafeindliche Brexit-Partei von Nigel Farage in Großbritannien ersten Prognosen zufolge vorn. Die konservativen Tories müssen mit einer herben Schlappe rechnen.
          Angst vor Populisten und der Wunsch nach einer anderen Klimapolitik haben die Menschen in Europa an die Wahlurnen getrieben.

          Die EU hat gewählt : Europas Ängste

          Zu wenig Klimaschutz, zu viel Nationalismus: Wegen dieser Sorgen haben sich viel mehr Bürger an der Europawahl beteiligt. Nicht in allen Ländern wurden die Rechtspopulisten jedoch ausgebremst.

          Europawahl : Volksparteien verlieren Mehrheit im Parlament

          Im Europaparlament werden Christ- und Sozialdemokraten sich erstmals einen Partner suchen müssen. Die Rechte geht aus der Wahl gestärkt hervor, aber die eigentliche Überraschung liegt woanders.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.