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Iran : Fragiler Vielvölkerstaat

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Bild: F.A.Z.

Iran ist ein Vielvölkerstaat, in dem mehr als siebzig Millionen Menschen leben. Fast neunzig Prozent von ihnen sind Schiiten - doch daneben existiert auch eine große Zahl ethnischer Minderheiten. Ein Überblick.

          Iran ist ein Vielvölkerstaat, in dem mehr als siebzig Millionen Menschen leben. Zu diesen gehören zahlreiche ethnische wie auch religiöse Minderheiten. Neben den schiitischen Iranern (Persern) im eigentlichen Sinne, die Farsi als Muttersprache sprechen und etwas mehr als fünfzig Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen dürften, gibt es als zweitgrößte Gruppe die Azeri oder Aserbaidschaner. Auch sie sind in der Regel Schiiten, doch ihre Muttersprache ist das Azeri-Türkische, das mit dem in der Türkei gesprochenen Türkisch eng verwandt ist.

          Bekannte Iraner kommen aus dem Nordwesten und Norden des Landes, wo die meisten Azeri leben. Ihr Zentrum ist die Stadt Tabriz (Täbris). Mir Hussein Mussawi, der Herausforderer Ahmadineschads, stammt aus der Provinz Ost-Aserbaidschan.

          Zu den großen, nach Millionen zählenden Minderheiten gehören auch die im Westen Irans lebenden, mit den Iranern stamm- und sprachverwandten Kurden und die Loren oder Luren im südlichen Zagros-Gebirge (Luristan). Zu den Turkvölkern rechnet man hingegen die Minderheit der Turkmenen, die hauptsächlich in der Region von Gonbad-e Qabus in Nordost-Iran, nahe der Grenze zur Turkmenischen Republik, und am Kaspischen Meer wohnen. Die Turkmenen bekennen sich zum sunnitischen Islam.

          Zersplitterte Minderheiten

          Im Südosten siedelt die Minderheit der Belutschen, deren Hauptverbreitungsgebiet östlich von Kerman über Zahedan bis weit nach Pakistan in die dortige Provinz Belutschistan hineinreicht. Hinzu kommen nomadisierende iranische und türkische Stämme, wie die Talysch, von denen die iranischen Bachtiaren in Zentraliran besonders einflussreich sind. Türkische Nomaden sind auch die Qaschghai. Ganz im Südwesten Irans, in der erdölreichen Provinz Chuzistan, leben Araber, die 1980 von Saddam Hussein zu einem Aufstand gegen die iranische Zentralregierung angestachelt werden sollten, sich aber dem Iraker verweigerten.

          Zu den religiösen Minderheiten des zu fast neunzig Prozent schiitischen Iran gehören als größte die etwa 300.000 Bahai, die seit langem unterdrückt und verfolgt werden. In der Region von Yazd leben etliche tausend Zarathustrier (Parsen), Anhänger der vorislamischen Religion Irans. Hinzu kommen armenische Christen (etwa in Isfahan) und Juden, deren Anzahl freilich stetig sinkt.

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