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Iran : Atomverhandlungen in Genf begonnen

  • Aktualisiert am

Fototermin in Genf: Die EU-Beauftragte für Außenpolitik Ashton und Irans Außenminister Zarif Bild: dpa

Nach zehn erfolglosen Verhandlungsjahren sprechen die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland wieder mit Iran. Es herrscht vorsichtiger Optimismus, dass es diesmal zu einem Durchbruch kommen könnte.

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          Iran und die internationale Gemeinschaft haben am Dienstag in Genf ihre Verhandlungen über Teherans umstrittenes Atomprogramm begonnen. Der Westen sieht die Gespräche als ersten Belastungstest für die Regierung des neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani. Vertreter der sogenannten 5+1-Gruppe - bestehend aus China, Großbritannien, Frankreich, Russland, den Vereinigten Staaten und Deutschland - unternehmen damit einen neuen Anlauf, um in dem seit mehr als zehn Jahre andauernden Atomstreit eine Lösung zu finden.

          Die 5+1-Gruppe will Sicherheiten, dass das iranische Atomprogramm friedlicher Natur ist und das Land nicht insgeheim Atombomben bauen lässt. Iran hat neue Vorschläge angekündigt, doch zugleich auch rote Linien gezogen. So will die Führung die Urananreicherung nicht stoppen. Außerdem hat Teheran eine Ausfuhr des bereits angereicherten Urans ausgeschlossen. Man sei aber bereit, über Art und Menge der Urananreicherung zu verhandeln.

          Auf beiden Seiten herrscht anscheinend vorsichtiger Optimismus, dass es diesmal zu einem Durchbruch kommen könnte. Israel forderte die internationale Gemeinschaft auf, in jedem Fall die vollständige Auflösung des militärischen iranischen Atomprogramms zu erzwingen.

          Chronik: Der lange Streit über Irans Atomprogramm

          Der Streit über Irans Atomprogramm schwelt seit Jahren. Die Gespräche blieben oft ohne Erfolg. Eine Chronik.

          Dezember 2006: Der UN-Sicherheitsrat verhängt erste Sanktionen und untersagt allen UN-Mitgliedstaaten die Lieferung nuklearer Materialien und Technik an Iran. In den kommenden Jahren folgen weitere Sanktionen, zum Beispiel ein Ölembargo 2012.

          April 2009: Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad eröffnet die erste Nuklearbrennstoff-Fabrik des Landes in Isfahan.

          November 2011: Die Atomenergiebehörde IAEA in Wien berichtet, Iran habe an der Entwicklung der Atombombe gearbeitet. Teheran dementiert.

          April 2012: Nach mehr als einem Jahr Unterbrechung werden die Gespräche zwischen den Vetomächten im UN-Sicherheitsrat und Deutschland (5+1-Gruppe) mit Iran wieder aufgenommen.

          26./27. Februar 2013: Vertreter der 5+1-Gruppe verhandeln wieder mit der iranischen Führung. Angeblich hat die Gruppe angeboten, einige Sanktionen zu lockern, wenn Iran Entgegenkommen signalisiert.

          20. März: Präsident Barack Obama sagt, die Vereinigten Staaten würden eine atomare Aufrüstung Irans notfalls auch mit Waffengewalt verhindern.

          5./6. April: Neue 5+1-Gespräche mit Iran bringen keine Annäherung.

          17. Juni: Irans neuer Präsident Hassan Rohani verspricht mehr Transparenz im Atomstreit und verurteilt die Sanktionen gegen sein Land.

          28. August: Iran weitet nach einem neuen Bericht der IAEA sein Atomprogramm weiter aus.

          18. September: Rohani versichert in einem Fernsehinterview, sein Land werde keine Atomwaffen bauen. Israel wirft ihm Täuschung vor.

          24. September: In seiner ersten Rede bei den UN versichert Rohani, Iran sei zu „fristgebundenen und ergebnisorientierten Verhandlungen“ über sein Atomprogramm bereit. Sein Land stelle keine Gefahr für die Welt dar und strebe nicht nach Atomwaffen.

          26. September: Am Rande der UN-Vollversammlung in New York verhandelt Iran erstmals mit den fünf ständigen Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat und Deutschland auf Ebene der Außenminister.

          27. September: Der amerikanische Präsident Obama telefoniert mit Rohani. Obama zufolge ist es der erste direkte Kontakt auf dieser Ebene zwischen beiden Länder seit der iranischen Revolution 1979. Beide Seiten hätten ihre Bereitschaft bekundet, die Verhandlungen zur Lösung des Atomstreits voranzutreiben.

          15./16. Oktober: Vertreter der 5+1-Gruppe verhandeln in Genf zum ersten Mal seit April wieder mit iranischen Atomunterhändlern.

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