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Irak : Saddam Hussein will Zeit gewinnen

  • Aktualisiert am

Saddam Hussein gibt sehr selten Interviews Bild: AP

Die Koalition der Amerikaner und Briten werde aus internen Gründen auseinander brechen, erklärte der irakische Machthaber Saddam Hussein in einem Interview.

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          Der irakische Präsident Saddam Hussein hat sich nach seinen Worten auf einen Angriff der Vereinigten Staaten eingestellt. „Wir sind vorbereitet, auch wenn der Krieg schon in einer Stunde beginnt“, sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der ägyptischen Zeitung „Al-Usbua“. Er hoffe, mehr Zeit zu gewinnen, da die Koalition der Amerikaner und Briten aus internen Gründen auseinander brechen werde, meinte Saddam.

          Der irakische Präsident gab sich in seinem Interview siegesgewiss. Die Zeit sei auf seiner Seite. „Irak wird nie sein wie Afghanistan“, sagte Saddam in dem zweistündigen Gespräch in einem seiner Paläste in Bagdad. Er wolle nicht behaupten, dass der Irak militärisch stärker sei als die USA, sagte der Präsident. „Sie besitzen Flotten und Langstreckenraketen, aber wir haben den Glauben an Gott und an die Nation und an das irakische Volk.“ Washingtons Ziel sei es, alle Machtzentren in der Nahost-Region außer Israel zu zerstören. Der irakische Präsident gab bisher sehr selten Interviews.

          Flugzeugträger vorzeitig ausgelaufen

          Nach Manövern vor der kalifornischen Küste ist der amerikanische Flugzeugträger „Constellation“ unterdessen vorzeitig zum Persischen Golf ausgelaufen. Er wird von sieben weiteren Schiffen begleitet. Der halbjährige Einsatz war nach Medienberichten ursprünglich erst Anfang kommenden Jahres geplant und offenbar wegen der Vorbereitungen auf einen möglichen Irak-Krieg vorverlegt worden. An Bord des Flugzeugträgers befinden sich 5500 Soldaten und 75 Flugzeuge. Zwei weitere Flugzeugträger befinden sich bereits im Persischen Golf und im Mittelmeer.

          Der UN-Sicherheitsrat wird möglicherweise noch in dieser Woche eine neue Irak-Resolution verabschieden. Der Sprecher der amerikanischen UN-Botschaft, Robert Woods, hatte am Freitag in New York angekündigt, die USA wollten den Bedenken von Russland und Frankreich Rechnung tragen und ihren bisherigen Entwurf „optimieren“. Den überarbeiteten Text würden Washington und London am Montag oder Dienstag offiziell im Sicherheitsrat einbringen.

          Auf der Mittelmeerinsel Zypern wurden am Wochenende UN-Waffeninspekteure erwartet, um in den nächsten Tagen ein Büro in der Hafenstadt Larnaka einzurichten. Von Larnaka aus könnten sie schnell in die eineinhalb Flugstunden weiter östlich liegende irakische Hauptstadt Bagdad fliegen, meldete die halbamtliche zyprische Nachrichtenagentur CNA.

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