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Irak : Pentagon meldet Fund von mobilem Biowaffenlabor

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Wo stecken die Massenvernichtungswaffen? General Franks vor einer Irak-Karte Bild: AP

Amerikanische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Norden des Irak ein mobiles Biowaffen-Labor entdeckt. Die Zahl der amerikanischen Waffeninspekteure soll derweil erhöht werden.

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          Ein im Irak entdeckter Lastwagen verfügt nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministeriums über eine Ausrüstung für die Herstellung von biologischen Waffen und hat nach bisherigen Erkenntnissen anscheinend auch keinem anderen Zweck gedient. Tests dauerten aber noch an, sagte der Staatssekretär für Geheimdienst-Informationen im Pentagon, Stephen Cambone, in Washington.

          Zwar könne ein Teil der Ausstattung für andere Ziele als die Herstellung von biologischen Kampfstoffen genutzt worden sein, erklärte Cambone. Amerikanische und britische Experten seien aber zu dem Schluß gekommen, daß der Lastwagen „anscheinend keine andere Funktion jenseits der Produktion von biologischen Stoffen erfüllte“.

          Bestätigung Powells?

          Das mutmaßliche mobile Biowaffen-Labor war Mitte April im Norden des Iraks entdeckt worden. Nach Angaben von Cambone gleicht der Lastwagen einer Skizze, die Außenminister Colin Powell im Februar im Weltsicherheitsrat als Beweis für irakische Verstöße gegen die UN-Resolutionen vorgelegt hatte. Der Irak besitze mindestens sieben Lastwagen, in denen Kampfstoffe hergestellt werden können, sagte Powell damals unter Berufung auf nicht näher genannte Geheimdienstquellen.

          Cambone kündigte weitere intensive und wahrscheinlich langwierige Tests an. Er bestätigte, daß der Wagen von irakischer Seite vor der Entdeckung gründlich mit Chemikalien gereinigt worden sei. Amerikanische Experten wollten ihn auseinander nehmen, um mögliche Spuren von biologischen Kampfstoffen zu finden, die trotz der Reinigung zurückgeblieben sein könnten. Bisher habe der Lastwagen nur oberflächlich getestet werden können.

          2000 weitere Experten

          Die Vereinigten Staaten wollen derweil für die Suche nach Massenvernichtungswaffen und Mitgliedern des gestürzten irakischen Regimes 2000 weitere Experten nach Irak schicken. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Bislang sind in Irak 600 amerikanische Waffenexperten im Einsatz. Nach Angaben des Pentagons gibt es 1400 weitere Stätten, die auf Waffen und Informationen über den Verbleib von Regimeangehörigen oder im Hinblick Kriegsverbrechen untersucht werden sollen. 1000 davon hatten die Geheimdienste bereits vor dem Krieg aufgelistet, 400 kamen durch Hinweise von Irakern oder im Zuge der Invasion hinzu. „Es gilt ein riesiges Puzzle zusammenzusetzen, und wir fangen gerade erst damit an“, sagte Lowell Jacoby vom Militärgeheimdienst DIA.

          Die Hälfte der 2000 zusätzlichen Experten soll die Suche nach irakischen Massenvernichtungswaffen unterstützen, mit deren Vorhandensein und notwendiger Zerstörung Präsident George W. Bush den Irak-Krieg begründet hatte. Die andere Hälfte werde Informationen über das gestürzte Regime, über Terroristen, Kriegsverbrechen, den irakischen Geheimdienst und Kriegsgefangene sammeln, sagte Staatssekretär Cambone.

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