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Irak : Neue Gewalt vor Machtübergabe im Irak

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In der nordirakischen Stadt Erbil explodierte eine Autobombe Bild: dpa/dpaweb

Wenige Tage vor der Machtübergabe im Irak sind am Samstag bei neuen Anschlägen in Hilla, Erbil und Baquba über zwanzig Iraker und ein amerikanischer Soldat getötet worden.

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          Wenige Tage vor der Machtübergabe im Irak sind am Samstag bei neuen Anschlägen in Hilla, Erbil und Baquba mindestens elf Iraker und ein amerikanischer Soldat getötet worden.

          In Hilla wurden mindestens 17 Menschen getötet und 40 weitere verletzt. Wie der amerikanische General Mark Kimmitt mitteilte, wurde der Anschlag in der Stadt rund hundert Kilometer südlich von Bagdad vermutlich mit einer Autobombe verübt. Ein Sprecher der in Hilla stationierten, von Polen kommandierten Streitkräfte sagte, die Opfer seien höchstwahrscheinlich ausnahmslos Zivilisten.

          In der überwiegend von Kurden bewohnten Stadt Erbil im Nordirak explodierte eine Autobombe. Wie der arabische Nachrichtensender Al Dschazira berichtete, wurde dabei ein Leibwächter des Kultusministers der kurdischen Regionalregierung getötet. Der Minister und neun weitere Menschen seien verletzt worden.

          In Baquba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, griffen Dutzende maskierte Männer den Sitz der Provinzregierung und eine Polizeiwache an. Amerikanische Einheiten und irakische Sicherheitskräfte wehrten die Angriffe ab. Dabei wurden sechs Aufständische getötet, darunter einer mit einer Sprengstoffweste, die er nicht mehr zünden konnte, bestätigte ein Sprecher der 1. US-Infanteriedivision.

          Auch ein Büro der Schiiten-Partei SCIRI in der Stadt wurde angegriffen. Dabei starben drei Parteimitarbeiter und ein Passant. Vier Menschen seien verletzt worden, berichtete Al Dschazira. SCIRI stellt in der Übergangsregierung unter anderen den Finanzminister. Ein Büro des Übergangsministerpräsidenten Ijad Allawi, Irakischer Nationaler Konsenses (INA), steckten die Angreifern in Brand. Opfer gab dabei nicht, sagten Augenzeugen.

          Noch vier Tage bis zur geplanten Machtübergabe

          Die Attacken auf die Parteien belegen vier Tage vor der geplanten Machtübergabe an eine Übergangsregierung die tiefen politischen und religiösen Konflikte im Land. Vor zwei Tagen verübten Aufständische eine koordinierte Anschlagsserie in mehreren Städten, bei der fast 100 Menschen getötet wurden.

          Trotz der anhaltenden Gewalt will UN-Generalsekretär Kofi Annan innerhalb der nächsten Tage einen neuen Sondergesandten für Irak ernennen, der ein Büro in Bagdad besetzen soll. In etwa einer Woche werde er seine Entscheidung bekannt geben, sagte Annan am Freitag in New York. Der neue Gesandte ist dann der erste ranghohe UN-Vertreter seit acht Monaten, der dauerhaft vor Ort eingesetzt ist.

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