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Irak : Maliki begrüßt syrische Luftangriffe gegen Isis

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Syrische Kampfflugzeuge attackieren Isis-Stellungen im Irak, bestätigt Premierminister Maliki. Iran schafft derweil tonnenweise militärische Güter in den Irak. Damit sollen Bagdads Truppen den Vormarsch der Isis-Rebellen aufhalten.

          Iraks Ministerpräsident Nuri al Maliki hat bestätigt, dass die syrische Luftwaffe irakische Dschihadisten an der Grenze zwischen den beiden Ländern angegriffen hat. Er begrüße jede Attacke auf die von der radikalen sunnitischen Bewegung Isis angeführten Extremisten, sagte Maliki am Donnerstag dem britischen Sender BBC. Seine Regierung habe die am Dienstag geflogenen Luftangriffe aber nicht angefordert.

          Iran verstärkt unterdessen sein Engagement, um den Vormarsch der Terrormiliz „Islamischer Staat im Irak und in (Groß-)Syrien“ (Isis) zu stoppen. Die New York Times zitiert amerikanische Regierungsvertreter, nach deren Informationen Teheran inzwischen Aufklärungsdrohnen auf einen Flugplatz in der Nähe von Bagdad stationiert haben soll. Zudem sollen die Truppen des irakischen Ministerpräsidenten Maliki tonnenweise militärische Ausrüstung und Versorgungsgüter aus Teheran erhalten haben.

          Unterstützt aus Teheran: Kämpfer der Mahdi-Armee des Schiiten-Führers Moqtada al Sadr im irakischen Najaf

          Amerika und Iran eint nach Jahrzehnten politischer Eiszeit das Ziel, den Vormarsch der Isis-Rebellen  zu stoppen und die angeschlagene Regierung Maliki zu stützen. Maliki ist seit 2006 im Amt. Ihm wird vorgeworfen, seine von Schiiten dominierte Regierung diskriminiere die Sunniten und verhindere eine Lösung des Konflikts. Eine international geforderte „Regierung der nationalen Rettung“, die die Sunniten stärker an der Macht beteiligen und so die Rebellion eindämmen könnte, lehnt Maliki ab.

          Die radikal-islamistischen Isis-Milizen haben zusammen mit weiteren sunnitischen Rebellengruppen in den vergangenen Wochen in einem regelrechten Blitzkrieg große Gebiete des Irak unter ihre Kontrolle gebracht. Washington hat inzwischen 300 Elitesoldaten in den Irak entsandt, um die irakischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Rebellen zu beraten. Auch der Flugzeugträger „George H.W. Bush“, von dem aus Überwachungsflüge über dem Irak und Luftschläge gegen die Aufständischen ausgeführt werden können, befindet sich im Persischen Golf.

          Amerikanische Beamten aus dem Nato-Hauptquartier in Brüssel betonten laut Angaben der New York Times am Mittwoch, die Maßnahmen Washingtons und Teherans seien nicht miteinander abgestimmt. Außenminister John Kerry setzt weiterhin auf Zurückhaltung. Sein Land wolle nichts unternehmen, um die bestehenden konfessionellen Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten zu verschärfen, sagte Kerry. Bereits am Mittwoch hatte Iran seine Truppen an der Grenze zum Irak aufgrund des Isis-Vormarschs in Alarmbereitschaft versetzt. Beide Staaten teilen eine 1450 Kilometer lange Grenze.

          Irakische Artillerie: Raketen in der Provinz Diyala, nördlich von Bagdad

          Hague in Bagdad

          Der britische Außenminister William Hague traf am Donnerstag derweil zu einem nicht angekündigten Besuch in Bagdad ein. In der irakischen Hauptstadt wolle er mit mehreren politischen Führern über einen Ausweg aus der Krise beraten, um einen Zerfall des Landes zu verhindern, teilte sein Ministerium mit. Trotz der fortdauernden Offensive der Dschihadisten weist Maliki Forderungen nach der Bildung einer Einheitsregierung bislang zurück. Neben den Vereinigten Staaten drängt auch die Bundesregierung Maliki dazu, alle wichtigen religiösen und politischen Gruppen einzubinden.

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