https://www.faz.net/-gpf-3wpq

Irak-Konflikt : Saddam lässt angeblich Waffenteile verstecken

  • Aktualisiert am

Saddam Hussein soll Wissenschaftlern, Beamten und selbst Bauern befohlen haben, wichtige Waffenkomponenten und Chemikalien bei sich zu verstecken.

          Iraks Staatschef Saddam Hussein hat nach Presseberichten Teile von Massenvernichtungswaffen in Privatanwesen von Hunderten Untergebenen verstecken lassen, um UN-Kontrolleure zu überlisten.

          Die britischen Zeitungen „The Times“ und „The Independent“ berichteten am Freitag unter Berufung auf britische Regierungskreise und irakische Geheimdienstberichte, Saddam Hussein habe unter Strafandrohung Wissenschaftlern, Beamten und selbst Bauern befohlen, wichtige Waffenkomponenten und Chemikalien bei sich zu verstecken.

          Bush und Blair nehmen Berichte ernst

          Die „Times“ meldete, der britische Premierminister Tony Blair und der amerikanische Präsident George W. Bush nähmen die Berichte derart ernst, dass sie einen persönlichen Appell an die irakische Führung erwögen. Dabei solle Irak aufgerufen werden, die Inspektoren über die Vorgänge zu informieren.

          Ein Sprecher Blairs sagte, er werde nicht zu den Spekulationen über einen persönlichen Appell Stellung nehmen. Zugleich verwies der Sprecher auf ein Geheimdienst-Dossier, das Blair im September vorgelegt hatte. Darin wird dem Irak vorgeworfen, entgegen den UN-Auflagen nach dem verlorenen Golf-Krieg von 1991 Bestände an chemischen und biologischen Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Irak hat bestritten, Massenvernichtungswaffen zu besitzen.

          Saddam will sich Stimmungsbild verschaffen

          Nach vierjähriger Unterbrechung hatten die UN-Inspektoren am Mittwoch ihre Kontrollen in Irak wieder aufgenommen. Den Kontrolleuren liegt eine Liste mit 700 Anlagen vor. Ein erster Bericht soll bis zum 27. Januar vorliegen. In einer UN-Resolution werden dem Land schwerwiegende Konsequenzen angedroht, falls es gegen die Auflagen verstoßen sollte. Die USA haben Irak mit Krieg gedroht, falls das Land die Arbeit der Inspektoren behindern und nicht abrüsten sollte.

          Erklärtes Ziel der USA ist ein Machtwechsel in Irak. In den britischen Zeitungsberichten hieß es, Saddam sei besorgt über den Rückhalt in der Bevölkerung und habe sich daher mittels informeller Befragungen ein Stimmungsbild in ausgewählten Städten erstellen lassen. Die Befragungen hätten ergeben, dass sich viele Iraker von einem Machtwechsel in Bagdad ein besseres Leben versprächen.

          Weitere Themen

          Rebellion gegen Erdogan

          Austritte aus der AKP : Rebellion gegen Erdogan

          Einige prominente Politiker sind aus der türkischen Regierungspartei AKP ausgetreten, um ihre eigenen Bewegungen zu gründen. Für den türkischen Präsidenten Erdogan könnte es eng werden.

          Zehntausende trotzen Demo-Verbot Video-Seite öffnen

          Hongkong : Zehntausende trotzen Demo-Verbot

          In Hongkong sind erneut zehntausende Menschen für ihre demokratischen Rechte auf die Straße gegangen. Die Aktivisten setzten sich wie in der Vergangenheit über ein Demonstrationsverbot hinweg.

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakets : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll das Klimapaket beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist vor allem die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu trat am Freitag mit fünf anderen Politikern aus der AKP aus.

          Austritte aus der AKP : Rebellion gegen Erdogan

          Einige prominente Politiker sind aus der türkischen Regierungspartei AKP ausgetreten, um ihre eigenen Bewegungen zu gründen. Für den türkischen Präsidenten Erdogan könnte es eng werden.
          Schild vor dem Trump Hotel in Washington, 21. Dezember 2016

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Surpreme Court den Fall an sich ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.