https://www.faz.net/-gpf-2hye

Irak : Der Golfkrieg 1991

  • Aktualisiert am

Brennende Ölquellen im Golfkrieg Bild: dpa

Vor zehn Jahren vertrieb eine alliierte Streitmacht unter US-Führung in der „Operation Wüstensturm“ den Irak aus dem besetzten Kuwait. Anfang August 1990 hatte der irakische Diktator Saddam Hussein das Öl-Emirat am Persischen Golf überfallen und annektiert.

          2 Min.

          Innerhalb weniger Wochen vertrieb Anfang 1991 eine alliierte Streitmacht unter amerikanischer Führung und im Auftrag der Vereinten Nationen den Irak aus dem besetzten Kuweit. Der irakische Diktator Saddam Hussein hatte Anfang August 1990 das Öl-Emirat am Persischen Golf nach langen Auseinandersetzungen über von ihm beanspruchte Ölfelder überfallen und annektiert.

          Nachdem alle diplomatischen Bemühungen um einen Rückzug Saddams aus Kuweit gescheitert waren, begann am 17. Januar 1991 nach Ablauf eines letzten UN-Ultimatums die „Operation Wüstensturm“. Saddam verlor den von ihm zur „Mutter aller Schlachten“ erklärten Krieg nach nur sechs Wochen, blieb jedoch an der Macht. Der erste vom Fernsehen teilweise live übertragene Krieg der Geschichte kostete zehntausende von Menschenleben, vor allem auf irakischer Seite, gewaltige Zerstörungen im Irak sowie verheerende Umweltschäden in Kuweit. Die Alliierten verloren 343 Soldaten.

          Colin Powell - vom Generalstabschef zum Außenminister

          Für die „Operation Wüstensturm“, an der sich unter dem Befehl des amerikanischen Generals Norman Schwarzkopf auch Briten, Franzosen und mehr als 20 andere Länder aktiv beteiligten, hatte die anti-irakische Front etwa 680.000 Soldaten aufgeboten. Ihnen standen eine halbe Million Iraker gegenüber. Der amerikanische Generalstabschef war unter dem damaligen Präsidenten George Bush der heutige Außenminister Colin Powell.

          Der sechswöchige Krieg verlief in zwei Phasen: Am 17. Januar begannen die Alliierten mit schweren Luftangriffen; kriegsentscheidend war jedoch die Bodenoffensive ab dem 24. Februar. Vier Tage später beugte sich der Irak allen Forderungen der UN. Bereits in den ersten 14 Stunden des Luftkriegs flogen die Alliierten mehr als 13.000 von insgesamt 100.000 Einsätzen und legten dabei Militär- und Industrieanlagen des Iraks in Schutt und Asche. Schwere zivile Schäden gab es auch in Bagdad und Basra. Unterstützt wurde die Offensive von Kriegsschiffen, die vom Persischen Golf aus Marschflugkörper abfeuerten.

          700 brennende Ölquellen

          Die Antwort des Irak waren „Scud“- Raketenangriffe auf israelische Städte, die jedoch nicht - wie befürchtet - mit Giftgasköpfen bestückt waren. Saddams Plan, Israel in den Krieg hineinzuziehen und so die Koalition zu spalten, misslang.

          Die Bodenoffensive vom 24. Februar wurde mit schwerem Geschützfeuer auf irakische Stellungen vorbereitet. Die Truppen Bagdads leisteten kaum Widerstand und flüchteten am 26. Februar. Sie hinterließen mehr als 700 brennende Ölquellen. Gleichzeitig rückten 100.000 Mann der anti-irakischen Koalition, unterstützt von Fallschirmjägern, in den Süden des Irak vor, wo sie große Teile der gegnerischen Armee einkesselten und gefangennahmen. Am 28. Februar ruhten die Waffen.

          Weitere Themen

          Moderne Piraterie?

          Tausende Masken verschwunden : Moderne Piraterie?

          Hat Amerika wegen der Corona-Krise der deutschen Hauptstadt 200.000 Atemschutzmasken weggeschnappt? Das sagt der Berliner Senat. Das Weiße Haus stellt die Sache anders dar.

          Keir Starmer neuer Labour-Chef Video-Seite öffnen

          Großbritannien : Keir Starmer neuer Labour-Chef

          Keir Starmer ist zum neuen Chef der britischen Labour-Partei gewählt worden. Der bisherige Brexit-Sprecher der Partei tritt die Nachfolge des glücklosen Jeremy Corbyn an. Seine Wahl ist ein Signal für eine Neuausrichtung von Labour.

          Topmeldungen

          Eine Frau mit Maske überquert die Straße im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Im Hintergrund ist ein Stoppschild auf die Wand gemalt: „Nicht ein Toter mehr!“

          Liveblog zum Coronavirus : Mehr als 300.000 Infizierte in Amerika

          Leichte Hoffnung für Italien: Die Zahlen der täglichen Toten ist gesunken +++ Die schwangere Verlobte des britischen Premiers Johnson litt nach eigenen Angaben unter dem Coronavirus +++ Sánchez will Ausgangsbeschränkungen in Spanien verlängern +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.