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Interview : CSU-Mann Friedrich: Stoiber macht das Rennen

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Friedrich tippt auf einen Kanzler Stoiber Bild: dpa

In einem Interview mit FAZ.NET tippt der CSU-Abgeordnete Hans-Peter Friedrich darauf, dass Stoiber Kanzlerkandidat und Kanzler wird.

          In der CSU erwartet man nicht nur, dass der Parteivorsitzende Edmund Stoiber Kanzlerkandidat wird, sondern auch Bundeskanzler. Dies machte der stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Untersuchungsausschusses Hans-Peter Friedrich (CSU) in einem Gespräch mit FAZ.NET deutlich. Wenige Tage vor der Klausurtagung der Partei im bayerischen Wildbad Kreuth geht Friedrich davon aus, dass die Bundestagsfraktion den Ausschlag geben wird, sollten sich Stoiber und die CDU-Vorsitzende Angela Merkel Ende Januar während ihres Vier-Augen-Gesprächs nicht einigen können. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) hatte bereits Anfang der Woche erklärt, eine große Mehrheit der Unions-Abgeordneten sei für Stoiber.

          Herr Friedrich, worüber wird die CSU in Wildbad Kreuth reden?

          Schwerpunktmäßig über Themen, die den Wahlkampf bestimmen werden. Das heißt in erster Linie: Wirtschaftspolitik.

          Die Entscheidung in der Kandidatenfrage nähert sich. Welche Aussage erwarten Sie von Ihrem Parteivorsitzenden Stoiber?

          Dies wird kein offizielles Thema sein. Man wird abwarten bis Ende Januar und dann die Entscheidung treffen. Ich gehe allerdings davon aus, dass Stoiber zur Kandidatur bereit sein wird.

          Wäre die Klausurtagung nicht eine gute Gelegenheit, um diese Bereitschaft zu signalisieren?

          Stoiber wird nicht mehr sagen, als er bisher deutlich gemacht hat, nämlich dass er grundsätzlich bereit ist.

          Finden Sie es richtig, dass die Kanzlerkandidatenfrage in einem Vier-Augen-Gespräch entschieden wird?

          Die K-Frage muss einvernehmlich zwischen CDU und CSU geklärt werden. Die beiden Repräsentanten von CDU und CSU sind nun mal die beiden Parteivorsitzenden. Sie müssen wissen, inwieweit sie in welcher Frage ihre Partei hinter sich haben. Insofern ist es in Ordnung, wenn die beiden Vorsitzenden unter vier Augen einmal miteinander reden.

          Auch wenn beide um den selben Posten streiten?

          Bei einem Vier-Augen-Gespräch kann man Dinge klären, und vielleicht, wenn man sich nicht einigen kann, zu einem Verfahren kommen, das über das Vier-Augen-Gespräch hinausgeht.

          Welches Verfahren könnte das sein?

          Da ist vieles denkbar, wobei ich davon ausgehe, dass die Bundestagsfraktion ein wichtiges Wort mitzureden hat. Die Fraktion ist die Klammer zwischen CDU und CSU.

          In der CDU gibt es Sympathien sowohl für Merkel als auch für Stoiber. Wie ist das in der CSU?

          Es ist unbestritten, dass es in der CSU Sympathien für Frau Merkel gibt. Dass die CSU in der Kanzlerkandidatenfrage geschlossen hinter Stoiber steht, ist allerdings auch unbestritten.

          Ihr Tipp?

          Mein persönlicher Tipp ist schon seit geraumer Zeit Stoiber. Er wird nicht nur Kanzlerkandidat, sondern auch Kanzler.

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