https://www.faz.net/-gpf-3o4q

Inselstreit : Spanische Armee vertreibt marokkanische Soldaten

  • Aktualisiert am

Petersilieninsel wieder in spanischer Hand Bild: AP

Spanische Streitkräfte haben am Mittwochmorgen die marokkanischen Soldaten von der Felseninsel Perejil vertrieben. Es gab keine Verletzten.

          1 Min.

          Mit einem Militäreinsatz hat Spanien am Mittwoch den Abzug der marokkanischen Soldaten von der Mittelmeer-Insel Perejil erzwungen. Es habe keine Verletzten gegeben, teilte die Regierung in Madrid mit. Spanien habe zuvor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sowie seine Verbündeten informiert. Madrid rief seinen Botschafter in Marokko zurück.

          Landungstruppen einer spanischen Eliteeinheit hätten die Insel im Morgengrauen eingenommen, meldete die spanische Nachrichtenagentur Efe. Auch Kampfflugzeuge vom Typ F-18 seien beteiligt gewesen. Sechs marokkanische Soldaten seien vorübergehend festgenommen und anschließend an ihr Land übergeben worden. Die Militäraktion kam überraschend, da Madrid wiederholt betont hatte, den Streit um das Eiland mit diplomatischen Mitteln lösen zu wollen.

          Freundschaftliche Beziehungen fortführen

          In einer Regierungserklärung hieß es, Madrid habe sich zu dem Schritt gezwungen gesehen. Spanien wünsche, seine „freundschaftlichen“ Beziehungen und die Zusammenarbeit mit Marokko fortzuführen. Verteidigungsminister Federico Trillo und Außenministerin Ana Palacio wollen noch am Mittwoch dem Parlament in Madrid Rede und Antwort stehen. Die politischen Parteien und König Juan Carlos seien über die Operation informiert gewesen.

          Streit um die Petersilien-Insel
          Streit um die Petersilien-Insel :

          Die Auseinandersetzung zwischen Marokko und Spanien um die winzige Petersilien-Insel, die von den Marokkanern Leila genannt wird und die nur rund 200 Meter vor der marokkanischen Küste liegt, hatte in der vergangenen Woche begonnen. Ein Dutzend marokkanischer Soldaten war auf dem von Spanien wie von Marokko beanspruchten öden Eiland gelandet und hatte die Landesfahne dort gehisst. Marokko erklärte, die Soldaten campierten lediglich dort, um illegale Auswanderer oder auch Terroristen abzufangen.

          Um seine Hoheitsansprüche über Perejil zu unterstreichen, hatte Spanien am Dienstag bereits das fünfte Kriegsschiff in Richtung Petersilieninsel entsandt. Auch die Nato und die Europäische Union (EU) in Brüssel haben sich in den Streit eingeschaltet und Marokko aufgefordert, die Soldaten abzuziehen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erst kam der Hype, dann die erste Enttäuschung: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock

          F.A.Z.-Machtfrage : Überschätzt, unterschätzt

          Der erste Hype um Annalena Baerbock ist vorbei, da holt Armin Laschet plötzlich auf – den viele im Vergleich zu Söder noch als blass verschmähten. Was sagt uns das über den Wert von Umfragen und Stimmungen im Bundestagswahlkampf?
          Spricht er auch Deutsch? Ein Imam betet in der Hamburger Centrum Moschee.

          Imam-Ausbildung in Deutschland : Frei vom Einfluss Ankaras

          In deutscher Sprache und auf dem Boden des Grundgesetzes: In Osnabrück startet das erste Projekt zur Ausbildung von Imamen in Deutschland. Die Erwartungen sind groß.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.