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Inselstreit : Marokko und Spanien vor Kompromiss

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Spanien und Marokko stehen in der Krise um die Mittelmeer-Insel Perejil am Samstag offenbar kurz vor einer Einigung.

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          Im Streit zwischen Spanien und Marokko um die Petersilien-Insel in der Straße von Gibraltar zeichnet sich nach Angaben aus spanischen Regierungskreisen eine Lösung ab.

          Nach Vermittlungsbemühungen von Seiten der USA sei eine Einigung näher gerückt, verlautete am Samstag aus den Kreisen. Obwohl die spanische Außenministerin Ana Palacio keine direkten Gespräche mit ihrem marokkanischen Kollegen Mohamed Benaissa geführt habe, seien die diplomatischen Bemühungen am Freitagabend vorangekommen. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

          Powell und der König

          In den vergangenen 24 Stunden hatte US-Außenminister Colin Powell zweimal mit dem marokkanischen König Mohammed und dreimal mit Palacio über den seit einer Woche andauernden Streit um die unbewohnte Insel Perejil gesprochen. Aus US-Regierungskreisen verlautete, es werde eine Fortsetzung der Gespräche erwartet. Die USA bemühen sich um eine Rückkehr zum Zustand vor der marokkanischen Besetzung der Felseninsel vor der marokkanischen Küste, die bis dahin als Niemandsland betrachtet wurde. Dies ist auch Spaniens erklärtes Ziel.

          Am 11. Juli landete dort eine Abteilung marokkanischer Soldaten, die am Mittwoch von spanischen Soldaten vertrieben wurde. Die spanischen Soldaten halten sich seitdem auf der Insel auf.

          Erleichterung in Spanien

          Spanische Medien begrüßten am Samstag Powells Bemühungen um ein Ende des Streits. In einem Kommentar der Tageszeitung „El Pais“ hieß es: „Die Rolle der USA, zusammen mit der diskreten Vermittlung aus Brüssel, war entscheidend.“

          Am Freitag hatte Benaissa Spanien zugesichert, Perejil nicht wiederzubesetzen, wenn Spanien seine Soldaten von der Insel abziehe. Marokko begründete die Besetzung der Insel mit der Notwendigkeit, die illegale Einwanderung und den Drogenschmuggel über die nur 20 Kilometer breite Straße von Gibraltar zu bekämpfen. Für Spanien hat die 13 Hektar große Insel in erster Linie strategische Bedeutung, da sie lediglich sechs Kilometer von Ceuta, einer spanischen Enklave in Marokko entfernt ist.

          Marokko will weitere Gespräche

          Benaissa sagte am Freitag, dem spanischen Abzug von Perejil müssten Gespräche über eine Reihe weiterer strittiger Fragen folgen, wie etwa die spanische Souveränität über Ceuta und Melilla, eine weitere spanische Enklave in Marokko. Spanien reagierte zunächst nicht auf die Forderung.

          Zwischen Spanien und Marokko gab es bereits vor dem jüngsten Konflikt zahlreiche Reibungspunkte. Sie reichen von den Fischerei- und Ölbohrrechten in umstrittenen Gewässern, über die illegalen Einwanderer aus Marokko bis zum Status der ehemaligen spanischen Kolonie West-Sahara.

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