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Bahnverbindung im Wartestand : Durch das schöne Höllental

Nicht nur der thüringische Bahnverkehr interessiert den Ministerpräsidenten: Bodo Ramelow mit einem Zugführer im bayerischen Bamberg. Bild: dpa

Eine einst bedeutende Bahnverbindung harrt ihrer Wiederbelebung. Thüringen ist dafür, Bayern dagegen. Und die Bahn?

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          Drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung sind alle einst unterbrochenen wichtigen Straßen- und Schienenverbindungen wieder hergestellt. Fast alle, eine nicht: die Höllentalbahn. Die knapp sechs Kilometer lange Bahnlinie zwischen Blankenstein in Thüringen und Marxgrün in Bayern war einst eine kurze, aber für den regionalen Personen- und den internationalen Güterverkehr bedeutende Verbindung zwischen den beiden Freistaaten. Und sie führte durch das malerische Höllental. Früher ging die Reise über zahlreiche Brücken und durch Tunnel, das allein lohnte schon. Vor hundert Jahren beförderte die Bahn Pendler und Sommerfrischler aus Thüringen nach Franken und umgekehrt.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Und die Strecke verband die Region wirtschaftlich. Ein Mineralwasserproduzent im oberfränkischen Naila und eine Papierfabrik im südthüringischen Blankenstein gehörten zu einer Eigentümerfamilie. Die nutzten die Bahn, um einerseits Rohstoffe heranzuholen, andererseits ihre Erzeugnisse per Bahn abzutransportieren. Nach der Teilung verloren beide Firmen Lieferanten und Abnehmer. Und während vor dem Krieg noch geplant wurde, die Strecke auszubauen, fiel sie nach 1945 in den Dornröschenschlaf. Die Bahnbrücke in Blankenstein verschwand, weil sie im DDR-Grenzstreifen lag. Bis 1972 rollten noch einige Züge auf dem fränkischen Teil, später wurden auch dort die Gleise abgebaut, einige der Bahnhöfe abgerissen. So sieht es noch heute aus.

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