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Zwei Rücktritte : Der CSU gehen die Hoffnungen aus

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Schattenmann: Horst Seehofer muss innerhalb kürzester Zeit zwei Rückzüge aus der CSU erklären. Bild: dpa

In der CSU ziehen sich zwei Politiker innerhalb kürzester Zeit wegen privater Verfehlungen zurück. Besonders Georg Schlagbauer waren gewichtige Ämter zugetraut worden. Ministerpräsident Seehofer steht nun vor einem Problem.

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          Fast schien es schon Routine zu sein, als Horst Seehofer am Donnerstag sagte, das sei „wieder eine äußerst betrübliche Nachricht.“ Gerade eben noch hatte der Bayerische Ministerpräsident den Rückzug des Nürnberger CSU-Politikers Michael Brückner kommentieren müssen, da wurde er schon mit Fragen nach dem Rücktritt des Münchner CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer konfrontiert. Beide waren Politiker, mit denen die CSU Hoffnungen verband; beide waren tief in der Partei verankert; beide sind verstrickt in Affären, die nicht zu einer bürgerlichen Partei zu passen scheinen. Brückner soll ein minderjähriges Mädchen für sexuelle Dienste bezahlt haben, Schlagbauer werden Rauschgiftdelikte vorgeworfen, die eine Verbindung ins Rotlichtmilieu haben sollen.

          Beide standen für die Verankerung der CSU in der Gesellschaft und in der Wirtschaft. Der 51 Jahre alte Gärtnermeister Brückner, der für die CSU im Landtag saß, war Vorsitzender des Gemüseerzeugerverbands Knoblauchsland und Mitglied des Präsidiums des Bayerischen Bauernverbands. Der 44 Jahre alte Metzgermeister Schlagbauer war Landesinnungsmeister des Bayerischen Fleischerhandwerks, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern und Präsident des Bayerischen Handwerktages. Im Stadtrat war Schlagbauer für das Oktoberfest zuständig, ein prestigeträchtiges Amt in München. Beide sind verheiratete Familienväter.

          „Sehr ernst“ und „sehr ärgerlich“ sei Schlagbauers Fall, sagte Seehofer. Ähnliche Worte hatte er schon bei Brückner gebrauchen müssen. In der Partei wurde eilends darauf verwiesen, dass beide Sachverhalte nichts miteinander zu tun hätten. Es seien persönliche Verfehlungen, wie es nun einmal leider gebe und vor denen auch Politiker nicht gefeit seien. Es sei eine zufällige Häufung. Besonders Schlagbauers Fall – im doppelten Wortsinn – schmerzt die CSU: Dem smarten Mittvierziger waren gewichtige landespolitische Ämter zugetraut worden.

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