https://www.faz.net/-gpf-9zh1o

Zuschuss für arme Schüler : 550 Millionen Euro für Tablets und Co.

Digitales Lernen: Ohne geeignetes Endgerät wird es nichts. Bild: Frank Röth

Der digitale Unterricht stößt auch an Grenzen, weil Schüler keine digitalen Endgeräte haben. Nicht jede Familie kann sich Laptop oder Tablet leisten. Bund und Länder stellen nun mehr Geld zur Verfügung, damit die Schulen sie ausstatten können.

          1 Min.

          Digitale Endgeräte an sich garantieren keinen Lernerfolg. Besonders gering ist der positive Effekt in allen Studien, wenn Schüler ohne Anleitung oder analoge Unterrichtseinheiten mit Computerprogrammen lernen. Während der Zeit der Schulschließungen und des Wechsels zwischen Präsenz- und Online-Unterricht sind die Schulen dennoch auf digitale Endgeräte angewiesen. Kinder aus einkommensschwachen Familien sind dabei deutlich im Nachteil. Sie besitzen oft nur ein Smartphone, aber kein arbeitsfähiges Endgerät wie ein Laptop oder Tablet.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Bund und Länder haben sich deshalb auf eine Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt Schule in Höhe von 550 Millionen Euro geeinigt (500 Millionen bezahlt der Bund, 50 Millionen die Länder). Sie wird nun dem Haushaltsausschuss des Bundestags zugeleitet, dann an die Länder. Wie das Geld an die Schulen gelangt, regeln die Länder mit den Schulträgern. Für die Wartung von Geräten dürfen die zusätzlichen Mittel nicht verwendet werden. Der Digitalpakt war nicht für Endgeräte, sondern für digitale Infrastruktur gedacht. Der Koalitionsausschuss der Unionsfraktionen und der SPD hatte in seiner Sitzung am 22. April das Sofortprogramm beschlossen.

          Daraufhin hatten das Bundesbildungsministerium und die Länder eine Vereinbarung über Soforthilfe verhandelt. „Die Corona-Krise darf keine Bildungskrise werden“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Freitag in Berlin. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte: „In der Zeit der schrittweisen Schulöffnung, in der sich Präsenzunterricht und Heimarbeit abwechseln, arbeiten die Schulen weiter digital.“ Die Länder hätten gesehen, dass der Unterricht auch an Grenzen stoße, weil Schüler keine digitalen Endgeräte hätten. Wer solch ein Endgerät dringend brauche, entscheidet die jeweilige Schule.

          Auch im kommenden Schuljahr werde es einen Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht geben. Von Sommercamps und Unterricht in den Ferien hält sie nichts. Derzeit arbeiten die Länder aber an einem abgestimmten Lernprogramm, wie der Wechsel von Präsenz- und Digitalunterricht nach den Sommerferien weitergehen kann, ohne noch größere Bildungsrückstände zu riskieren.

          Weitere Themen

          Jusos wählen neuen Chef im Herbst Video-Seite öffnen

          Kühnert gibt Vorsitz ab : Jusos wählen neuen Chef im Herbst

          Juso-Chef Kevin Kühnert will sein Amt an der Spitze der SPD-Jugendorganisation im November vorzeitig aufgeben: Der Vizeparteichef will bei der Wahl im kommenden Jahr für den Bundestag kandidieren.

          Kalbitz lässt Fraktionsvorsitz ruhen

          Brandenburger AfD-Fraktion : Kalbitz lässt Fraktionsvorsitz ruhen

          Nach seinem Ausschluss wollte Kalbitz auch als Parteiloser AfD-Fraktionsvorsitzender bleiben – gegen den Willen von Parteichef Meuthen. Nun soll eine Klärung durch das Landgericht Berlin abgewartet werden, bevor es zur Entscheidung kommt.

          Topmeldungen

          Identitätspolitik : Junge Linke gegen alte Linke

          Was alte Linke über Minderheiten sagen, finden junge Linke rassistisch. Und was die Jungen sagen, galt bei den Alten früher als Vorstufe des Faschismus. Es geht ein tiefer Riss durch das linke Lager.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.