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Rückkehr ins Klassenzimmer : Lasst die Schulen arbeiten!

  • -Aktualisiert am

Die Schulen sollen nach den Ferien zum Normalbetrieb zurückkehren. Bild: dpa

Bald ist die Sommerpause an deutschen Schulen vorbei und die Klassen sollen flächendeckend zum Normalbetrieb zurückkehren. Der aktuelle Regelbetrieb hilft jedoch weder Schülern noch Eltern, die auf Unterricht hoffen.

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          Kurz vor Schulbeginn sind die Alarmisten und Warner wieder laut geworden. Sie haben auch Gründe, denn die Infektionszahlen steigen. Aber auf Dauer hält es keine Gesellschaft aus, in einem Zustand der Daueraufregung und des Alarmismus zu leben. Die Gefahr ist groß, dass die Kassandren des Landes eher Gleichgültigkeit und Ermüdung schüren, als bedachten, risikobewussten und unaufgeregten Umgang mit dem Virus zu fördern. So kann jetzt auch nicht die Frage sein, ob ein Präsenzbetrieb in den Schulen nach den Ferien richtig ist oder nicht. Die Schulen waren die Ersten, die geschlossen wurden, und sie waren die Letzten, die wieder geöffnet wurden. Jetzt geht es darum, unter welchen Bedingungen sie geöffnet werden; dafür gibt es einen klaren Rahmen, den die Kultusminister in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut entwickelt haben.

          Auch wenn Lehrerverbände alles Mögliche befürchten und den Schulen vorgeworfen wird, sie seien nicht auf den Schulbeginn vorbereitet, haben die Alarmrufe aus den unterschiedlichen Richtungen genau zum Gegenteil geführt: zu einer Überregulierung mit detaillierten Hygienekonzepten enormen Umfangs. Selbst für Kinder mit Krankheitssymptomen sind kleinteilige Handlungsanweisungen vorgesehen, von Prüfungsbedingungen für den digitalen Unterricht bis zum Abitur zu schweigen. Es ist also nicht Planlosigkeit zu befürchten, sondern eher Überorganisation und Ablenkung vom Eigentlichen: vom Unterrichtsinhalt und von neuer Motivation für alle vom häuslichen Lernen und geteilten Lerngruppen gebeutelten Schüler.

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