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Zukunft der Pflegeberufe : Die Zeit läuft ab

Ist nach der Krise vor der Krise? Szene aus einem Seniorenwohnheim in Deutschland. Bild: dpa

Sind Pflegekräfte und Erzieherinnen, die „Helden des Alltags“, die Gewinner der Krise? Bislang hat die jedenfalls nur offengelegt, was alles noch getan werden muss.

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          Zu den erschütternsten Berichten der vergangenen Monate zählen jene von dem oft einsamen Sterben vieler mit Covid-19 infizierter Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Dass es im Unterschied zu Ländern wie Spanien hierzulande bei wenigen größeren Ausbrüchen in Heimen geblieben ist (und hoffentlich bleiben wird), sollte jedoch kein Anlass sein, sich in Selbstzufriedenheit zu üben.

          Denn in den kommenden Jahren wird mit der Zahl der Pflegebedürftigen auch der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften weiter wachsen – und das in einem Umfeld, das von steigender Konkurrenz bei gleichzeitig sinkendem Arbeitskräfteangebot gekennzeichnet ist. Für die deutlich besser bezahlte Krankenpflege wird längst händeringend nach Nachwuchs gesucht, ebenso für andere Sozialberufe, etwa Erzieher, in denen die Arbeitsbedingungen und -zeiten deutlich attraktiver sind.

          Auf der politischen Ebene ist dieses Problem längst identifiziert. Auch ist einiges geschehen, um die Ausbildungs- und auch die Vergütungssituation im Pflegesektor zu verbessern. Doch sollte die Corona-Pandemie deutlich gemacht haben, dass für weitere Schritte wie die Erhöhung der Ausbildungskapazitäten keine Zeit mehr bleibt.

          Hier sind die Länder in der Pflicht. Was allerdings bleiben sollte, ist die auch öffentliche Anerkennung und Wertschätzung, die den Menschen in den vergangenen Monaten zuteil geworden ist, die Hilfe und Unterstützung anderer zu ihrem Beruf gemacht haben.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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