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Zum Tod von Peter Hintze : Ein Arbeiter für Merkels Erfolg

Peter Hintze im März 2013 mit Angela Merkel im Bundestag Bild: dpa

Er bestimmte nicht nur über zwei Jahrzehnte den Kurs der CDU entscheidend mit, sondern war auch einer der engsten Vertrauten der Kanzlerin. Zum Tod von Peter Hintze.

          Die CDU hat eine ihrer intellektuellen Führungsfiguren verloren: Peter Hintze. Der einst erste Zivildienstbeauftragte der Bonner Republik (Heiner Geißler hatte ihn damals in jenes Amt berufen) gehörte zu jenen, die Ausstrahlung und Kurs seiner Partei über zwei Jahrzehnte hinweg entscheidend beeinflusst und bestimmt haben.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Nur in der ersten Zeit stand der 1950 geborene Rheinländer dabei selbst auf der politischen Vorderbühne, in den Jahren zwischen 1992 und 1998, in denen er für den damaligen Kanzler Helmut Kohl als CDU-Generalsekretär die Parteigeschäfte führte. Hintze geriet damals bald in den Ruf, er sei ein konservativer Polarisierer. Das war der „Rote Socken“-Kampagne geschuldet, mit der er aus dem Wahlkampf des Jahres 1994 einen Wahlkampf entlang der eingeübten (westdeutschen) Konfliktlinien Freiheit oder Sozialismus machen wollte. Das gelang mit mäßigem Erfolg; vier Jahre später ging es schief. Hintze gab den Posten des Generalsekretärs an Angela Merkel ab – um fortan mit Rat und Tat an ihrem Erfolg in der Partei, im Bundestag und in der Regierung mitzuwirken.

          Dieses enge Verhältnis hatten beide schon viel früher begründet; es entstand vom Frühjahr 1991 an, nachdem die politischen Neulinge Merkel und Hintze erstmals als Abgeordnete in den Bundestag gewählt worden waren und Merkel, damals „Kohls Mädchen“, mit dem Jugendministerium betraut worden war. Sie nahm Hintze als Parlamentarischen Staatssekretär sogleich an ihre Seite.

          Merkels wichtigster Vertrauter in der Europapolitik

          Nach Merkels Aufstieg zur Parteivorsitzenden im Jahr 2000 half Hintze in vielerlei Funktionen: Er wurde zunächst ihr wichtigster Vertrauter in der Europapolitik; er führte von 2006 an die größte Gruppe der CDU-Abgeordneten in der Unionsfraktion, die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen; er hielt als Koordinator für Luft- und Raumfahrt wichtige Kontakte für Merkel in die Wirtschaft.

          Und während er diesen Einfluss lieber aus der zweiten Reihe politischer Würdenträger aus geltend machte (auch weil es sich dort besser spotten und rascher handeln ließ), stellte er sich in ethischen Grundfragen, bei Sterbehilfe und Präimplantationsdiagnostik, ganz vorne als Repräsentant liberaler Auffassungen an die Meinungsrampe. Am Sonntag ist Peter Hintze, seit Oktober 2013 Vizepräsident des Bundestages, an einer Krebserkrankung gestorben.

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