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Zum Tod von Ernst Albrecht : Weltläufig und grundsatzfest

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Ernst Albrecht (1930 - 2014) Bild: dpa

Dank zweier Überläufer aus der SPD wurde der Unionspolitiker Ernst Albrecht 1976 zum Ministerpräsidenten Niedersachsens gewählt. Dann regierte er 14 Jahre und prägte das Land wie kaum ein anderer. Nun ist Albrecht im Alter von 84 Jahren gestorben.

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          Ernst Albrecht hat Spuren hinterlassen wie kaum ein anderer Ministerpräsident in Niedersachsen vor oder nach ihm. Kein Regierungschef regierte in Niedersachsen länger, keiner brachte dem Land so viele neue Ideen.

          Als der Quereinsteiger aus Brüssel 1976 überraschend durch zwei sozialdemokratische Überläufer zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, zog er starke Namen in sein Kabinett wie Walther Leisler Kiep und Birgit Breuel. In den vierzehn Jahren seiner Regierung erlebte die CDU ihren Höhepunkt in Norddeutschland. Mehr als 50 Prozent - wie mit ihm die CDU bei der Landtagswahl 1982 - erreichte vor oder nach ihm in Niedersachsen keine Partei.

          Auch wenn er gerne entschied, manchmal einsam und unabgestimmt, und machtbewusst war, zögerte er bisweilen, so 1980 in der Frage der Kanzlerschaft und 1983 vor der Wahl des Bundespräsidenten. Seine Fachkunde und sein bübisches Lachen kamen in der Fernsehdemokratie an. Bisweilen widersprach der promovierte Jurist und Wirtschaftswissenschaftler der Parteilinie und wurde so Wegbereiter - bei der Annäherung an Polen mit den Ostverträgen, bei der Einführung des Privatfunks, bei der Öffnung für Bootsflüchtlinge aus Vietnam. Für sie trat er ein, weil ihn, grundsatzfest, neben liberalkonservativen christliche Werte prägten.

          Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Albrecht im Januar 1982 mit seiner Tochter Ursula Bilderstrecke
          Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Albrecht im Januar 1982 mit seiner Tochter Ursula :

          Seine Weltläufigkeit verdankt Albrecht seiner Nähe zu Europa - in Brüssel war er zwei Jahrzehnte lang leitend tätig gewesen. Nach seiner Wahlniederlage gegen Gerhard Schröder im Mai 1990, die ihn zunächst verbitterte, zog er sich zurück. Später wurde er altersmilde und bei seinen seltenen Auftritten gefeiert. Eng verbunden war er in den letzten Lebensjahren seiner Tochter Ursula von der Leyen, der heutigen Bundesverteidigungsministerin. Er wurde auf dem Gutshof der Familie von der Leyen nahe Hannover betreut.

          An diesem Samstag starb Ernst Albrecht im Alter von 84 Jahren - wie Ursula von der Leyen während eines Truppenbesuchs in Masar-e Scharif bekannt gab.

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