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Die Zukunft der Volksparteien : Die Fehlkonstruktion

Die damaligen Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder und Andrea Nahles im März 2018 im Bundestag. Bild: dpa

Union und SPD wollen als Volksparteien überleben. Ihre Methoden, das zu schaffen, sind aber genau gegensätzlich. Was bedeutet das für die große Koalition?

          8 Min.

          Am Ende blieben zwei. Zwei von neun. So lässt sich das Schicksal der großen Koalition in Berlin in Zahlen fassen. Die Grundlage für das, was einem Polit-Krimi mit Serienmord gleicht, wurde vor nicht einmal zwei Jahren gelegt. Am 12. März 2018, einem Montag, unterzeichneten die Parteivorsitzenden Angela Merkel, Horst Seehofer und der kommissarische SPD-Chef Olaf Scholz den Vertrag, mit dem CDU, CSU und SPD ihre dritte große Koalition innerhalb von 13 Jahren eingingen. Sein Titel verheißt einen neuen Aufbruch für Europa, eine neue Dynamik für Deutschland und einen neuen Zusammenhalt für das Land. Nicht nur die Parteichefs, sondern auch die führenden Köpfe der Fraktionen im Bundestag unterschrieben: Volker Kauder, Alexander Dobrindt und Andrea Nahles. Ebenso taten es die Generalsekretäre der drei Parteien, nämlich Annegret Kramp-Karrenbauer, Andreas Scheuer und Lars Klingbeil.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Zur kürzlich gefeierten Halbzeit der Koalition waren von diesen neun Personen nur noch zwei in dem Amt, das sie bekleideten, als sie den Vertrag unterzeichneten: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, nicht gerade die beiden Hauptpersonen beim Zustandekommen des ungeliebten Bündnisses. Die übrigen sieben haben ihre Ämter zum Teil sehr schnell verloren oder aufgegeben. Das Versprechen, dass mit dieser Koalition alles neu und dynamisch werde, haben die Parteien also eingehalten. Jedenfalls hinsichtlich des Wechsels in den Spitzenämtern.

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