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Zukunft der Sozialdemokraten : Jetzt hat die Parteibasis das Wort

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Samstag in München Bild: dpa

Bis zum 25. Oktober dürfen nach der Vorstellungsrunde der Kandidaten für den SPD-Vorsitz nun die Mitglieder bestimmen. Online oder per Brief sollen sie entscheiden, wer die Sozialdemokraten in Zukunft führt.

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          Die SPD-Mitglieder stimmen seit Montag darüber ab, wer der Parteivorsitzenden Andrea Nahles nachfolgen soll. Nahles war vor vier Monaten zurückgetreten. Seither läuft in der Sozialdemokratie ein Bewerbungs- und Vorstellungsverfahren. Siebzehn Kandidatinnen und Kandidaten waren bis Mitte September vom Parteivorstand zugelassen worden. Sie waren seitdem bei rund zwei Dutzend Regionalkonferenzen aufgetreten. Fünf Bewerber zogen zwischendrin zurück.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Zuletzt verzichtete am Wochenende das Duo Hilde Mattheis und Dierk Hirschel. Wegen des kurzfristigen Rückzugs werden sie dennoch auf den bereits gedruckten Wahlzetteln stehen. Das Willy-Brandt-Haus bat, ihren Verzicht bei der Stimmabgabe zu berücksichtigen. Zur Wahl stehen nun sechs Duos, jeweils eine Frau und ein Mann.

          Weil der Eindruck entstanden sein könnte, dass in den Regionalkonferenzen die oft bekannteren Männer mehr zu Wort gekommen sind, veröffentlichte die Partei am Wochenende Podcast-Gespräche mit den sechs Frauen, die sich bewerben. Zur Begründung hieß es „Weil sie es verdient haben und weil viel zu oft nur über die Männer gesprochen wird.“

          Die etwa 430.000 SPD-Mitglieder haben nun knapp zwei Wochen Zeit, entweder per Briefwahl oder in einem Onlineverfahren ihre Stimme abzugeben. Der Wahlvorgang endet am 25. Oktober. Am nächsten Tag, einem Samstag, werden die Stimmen ausgezählt. Das Ergebnis soll noch am Abend bekannt gegeben werden.

          Sollte keines der Bewerberpaare bei der Abstimmung die absolute Mehrheit erringen, würde rund drei Wochen später zwischen dem 19. und dem 29. November eine Stichwahl unter den beiden erstplatzierten Duos stattfinden.

          Nach dem zweiten Wahlgang wird das Ergebnis voraussichtlich am 30. November bekanntgegeben. Damit läge dann ein Vorschlag der Mitgliedschaft für den Parteitag vor, der eine Woche später vom 6. bis zum 8. Dezember in Berlin tagt und dann den oder die Parteivorsitzenden wählt.

          Dort sind, jedenfalls nach Parteisatzung, noch weitere Kandidaturen möglich. So will sich etwa der Fernsehkomiker Jan Böhmermann bewerben, der seit kurzem SPD-Mitglied ist. Die frühere Parteivorsitzende Nahles teilte Anfang der Woche mit, dass sie auch ihr Bundestagsmandat zum 1. November zurückgeben werde.

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