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Landwirtschaft : Bauern müssen leben können

Bauern demonstrieren am Dienstag in Bayreuth gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Bild: dpa

Der Bauer muss leben können – trotz Regeldickichts und Bürgern, die den nötigen Preis nicht zu zahlen bereit sind. Es geht nicht um Folklore, sondern um Gesundheit und Überleben aller.

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          Der Bauer ist zum Prügelknaben einer pseudoumweltbewussten Wohlstandsgesellschaft geworden. Im Zweifel gilt er als Tierquäler und Giftmischer. Auch bei jenen Deutschen, die so gern Urlaub auf dem Bauernhof machen. Denn die suchen eigentlich nach einer keim- und geruchsfreien und vor allem billigen Idylle, aber nicht nach Landleben.

          Dabei wird dort, auf dem Land, letztlich über die Zukunft entschieden. Unsere Landschaft ist eine Kulturleistung, die geschaffen wurde, als von „Verbrauchern“ noch nicht die Rede war. Die stehen heute im Mittelpunkt, siehe das Agrarpaket der Bundesregierung, Düngeverordnung und Insektenschutz inklusive. Es ist so weit gekommen, dass die Landwirtschaftsministerin ihre Aufgabe darin sieht, Gesellschaft und Landwirtschaft zusammenzubringen.

          Jeder Landwirt sollte ein Interesse am Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen haben. Aber er muss selbst davon leben können – trotz Regeldickichts und Bürgern, die den nötigen Preis nicht zu zahlen bereit sind. Es geht nicht um Folklore, sondern um Gesundheit und Überleben.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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