https://www.faz.net/-gpf-90cv1

Umstrittene Gaza-Reportage : Arte weist Kritik zurück

  • Aktualisiert am

Die Arte-Reportage porträtiert das Leben im Gazastreifen. Bild: EPA

Der Präsident des Zentralrats der Juden hat einen im Juli auf Arte ausgestrahlten Beitrag als einseitig kritisiert. In einer Stellungnahme wehrt sich der Sender nun gegen Vorwurf.

          Im Streit um eine umstrittene Reportage über den Gazastreifen weist der deutsch-französische TV-Sender Arte die Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland zurück. Den Vorwurf, Israel werde in dem Beitrag für den Konflikt alleine verantwortlich gemacht, könne man nicht nachvollziehen, hieß es in einer am Dienstagabend in Straßburg verbreiteten Stellungnahme. Gleichwohl verwies der Sender auf das Format der Sendung, die sich „bewusst ... mit den Lebensumständen der Protagonisten aus deren Perspektive“ befasse. Anders als Dokumentationen seien Reportagen „per definitionem Ausdruck der persönlichen Erfahrung und Begegnungen eines vor Ort befindlichen Journalisten.“

          Innerhalb einer Sendung erhebe man nicht den Anspruch, „einen komplexen Sachverhalt vollständig und von allen Seiten gleichwertig zu beleuchten.“ Dennoch achte man im Programm des Senders insgesamt konsequent darauf, „eine Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven des israelisch-palästinensischen Konflikts“ abzubilden.

          Der etwa fünfzehnminütige Beitrag „Gaza: Ist das ein Leben?“ war am 22. Juli ausgestrahlt worden und ist in der Online-Mediathek des Senders zu finden. Darin wird eine palästinensische Familie im Alltag begleitet, die Angehörige durch israelische Luftangriffe verloren hat. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte am Montag in einem Brief an den Sender geschrieben, die Reportage sei „von Einseitigkeit geprägt“ und unterschlage „wesentliche Informationen“. Er verwies auf einen ähnlichen Fall Anfang Juni. Damals hatte Arte eine Dokumentation über Antisemitismus nur mit einordnenden Untertiteln ausgestrahlt. Einen ähnlichen Faktencheck schlug Schuster nun auch für die Gaza-Reportage vor.

          Am Dienstag erschien auf dem deutsch-jüdischen Nachrichtenportal HaGalil ein offener Brief an Arte, der Schusters Kritik aufgriff. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Amadeu Antonio Stiftung, die Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin sowie die ehemalige Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch. In dem Schreiben werden vermeintliche Falschdarstellungen der Reportage minutiös aufgelistet. Arte hat sich bislang noch nicht im Einzelnen zu den Vorwürfen geäußert.

          Weitere Themen

          Allerlei Hinweise und Vermutungen

          Mordfall Lübcke : Allerlei Hinweise und Vermutungen

          Gab es Mittäter beim Mord am Kasseler Regierungspräsidenten? Unklar bleibt auch, welche Erkenntnisse über den Tatverdächtigen Stephan E. gespeichert wurden.

          Lambrecht warnt vor Rechtsextremismus Video-Seite öffnen

          Künftige Justizministerin : Lambrecht warnt vor Rechtsextremismus

          Der „unfassbare Mord“ an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zeige, dass die Verteidigung des Rechtsstaates aktueller denn je sei, sagte die SPD-Politikerin Christine Lambrecht, die von der Parteiführung als kommende Justizministerin vorgestellt wurde.

          „Wir müssen schneller werden“

          Merkel zu Klimawandel : „Wir müssen schneller werden“

          Die Bundeskanzlerin hat in Goslar mit Schülern über den Klimawandel diskutiert. Vor allem im Verkehrsbereich müsse das Tempo angezogen werden. Große Probleme sehe sie derzeit etwa bei der „mangelnden Akzeptanz von Windkrafträdern“.

          Der Kampf gegen die Braunkohle Video-Seite öffnen

          Aktivisten von „Ende Gelände“ : Der Kampf gegen die Braunkohle

          Im rheinischen Braunkohlerevier stehen die Zeichen dieser Tage auf Protest. Aktivisten der Initiative „Ende Gelände“ haben zu verschiedenen Protestaktionen aufgerufen. Nun hat sich auch die Schülerbewegung „Fridays for Future“ mit „Ende Gelände“ solidarisiert.

          Topmeldungen

          Mordfall Lübcke : Allerlei Hinweise und Vermutungen

          Gab es Mittäter beim Mord am Kasseler Regierungspräsidenten? Unklar bleibt auch, welche Erkenntnisse über den Tatverdächtigen Stephan E. gespeichert wurden.

          Streit mit Frankreich um Weber : AKK gibt nicht nach

          Kramp-Karrenbauer bleibt dabei: Weber soll neuer Kommissionspräsident werden. Das macht sie ausgerechnet in Paris deutlich. Zudem verlangt sie von den Grünen in der Außenpolitik einen klareren Kurs.

          MH17-Abschuss : Keine Zweifel mehr

          Der Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs im Juli 2014 über der Ostukraine wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Vier Separatisten sollen sich wegen Mordes verantworten. Die Chancen darauf stehen aber schlecht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.