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Zentralrat der Juden : „Die AfD bereitet uns wirklich Sorgen“

  • Aktualisiert am

Gegen den Willen der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry feierte der rechtsradikale Flügel auf dem Parteitag in Sachsen Erfolge. Bild: dpa

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland warnt „eindringlich“ vor der AfD. Mit deren Wahlerfolg sei der „Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

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          Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, hat nachdrücklich vor der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gewarnt. Es habe schon immer rechte Gruppierungen wie etwa die Republikaner oder „Pro NRW“ gegeben, „aber zum ersten Mal haben wir mit der AfD eine Partei, die uns wirklich Sorgen bereitet“, sagte er am Dienstagabend in Bonn. Anders als diese Parteien kämen die Wähler der AfD nicht von irgendwelchen Rändern, sondern aus der Mitte der Gesellschaft. „Der berühmte Satz ’Der Antisemitismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen’, ist aus unserer Sicht wahr“, sagte Lehrer vor Oberstufenschülern des Bonner Beethoven-Gymnasiums.

          Inzwischen trauten sich Menschen mit solchen Haltungen wieder, ihre Meinung klar zu äußern. Anders als vor etwa fünf Jahren kämen antisemitische Briefe heute nicht mehr anonym, sondern mit der richtigen Adresse, sagte der 63 Jahre alte Lehrer, dessen Eltern Überlebende des Holocaust waren. „Das hat sich ganz klar verändert, und die AfD schwimmt oben drauf.“

          So hätten in einem Programmentwurf der AfD Themen wie Beschneidungsverbot und Schächtverbot gestanden, sagte Lehrer weiter. „Das bezog sich angeblich nur auf Muslime.“ Doch könne das „in fünf Minuten umgeschwenkt sein hin zu den Juden.“ Daher warne er „ganz eindringlich“ vor der Partei.

          Lehrer rief die Jugendlichen dazu auf, Parteiprogramme zu studieren und sich mit der Geschichte zu befassen. „Eins sollten wir von 1933 gelernt haben: Da hieß es oft zur Begründung: Wir haben’s nicht gewusst, nicht geahnt, was Hitler vorhatte“, sagte Lehrer, der auch Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde Köln ist. „Aber wenn man das Parteiprogramm gelesen hätte - da stand es drin!“

          Als Deutsche hätten die Jugendlichen eine Verantwortung, sich mit ihrer Geschichte zu beschäftigen, „damit sich sowas nicht noch einmal wiederholt“, sagte Lehrer. „Aber Ihr tragt keine Schuld. Daran gibt es nichts zu deuteln. Punkt.“

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