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Proteste in Berlin : Zehntausende Menschen demonstrieren gegen „Mietenwahnsinn“

  • Aktualisiert am

Schilder mit Straßennamen und Namen von Wohnungsgesellschaften liegen beim Protesttag gegen steigende Mieten auf dem Berliner Alexanderplatz. Bild: dpa

In Berlin und zahlreichen weiteren europäischen Städten gehen an diesem Samstag die Menschen gegen steigende Mieten auf die Straßen. Für ein umstrittenes Volksbegehren gibt es bereits genügend Unterschriften.

          Mehrere Zehntausend Menschen haben am Samstag in Berlin gegen steigende Mieten demonstriert. Dazu aufgerufen hatte ein „Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ von mehr als 260 Gruppen und Organisationen. Tim Riedl vom „Bündnis Zwangsräumung verhindern“ sprach auf epd-Anfrage von rund 35.000 Teilnehmern bei der Auftaktkundgebung am Alexanderplatz. Zeitgleich war die Sammlung von Unterschriften für das umstrittene Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ begonnen worden.

          Benötigt werden in der ersten Stufe 20.000 Unterschriften. Die Initiatoren wollen aber mindestens 50.000 Unterschriften sammeln. Riedl berichtete von langen Schlangen an den Ständen. Viele Menschen hätten am Rande des Demonstrationsgeschehens direkt unterschreiben wollen. Die „Deutsche Wohnen“ ist laut Initiative mit rund 100.000 Wohnungen in Berlin das größte private Wohnungsunternehmen in der Hauptstadt.

          Protest in 18 deutschen Städten

          Die Berliner Polizei nannte keine genauen Teilnehmerzahlen, sondern sprach lediglich von mehreren Tausend Demonstranten. Rund 450 Polizisten waren zur Absicherung der Veranstaltung im Einsatz. Der Anmelder, das „Bündnis Zwangsräumung verhindern“ hatte zuvor die erwartete Teilnehmerzahl mit 6000 beziffert.

          Zahlreiche Menschen stehen beim bundesweiten Protesttag gegen steigende Mieten vom Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn auf dem Alexanderplatz.

          Geplant waren ähnlichen Demonstrationen nach Angaben des Bündnisses in 18 weiteren deutschen und 13 europäischen Städten, unter anderem auch in Bochum, Dresden, Eberswalde, Frankfurt am Main, Jena, Mannheim und Stuttgart. Im Ausland wollten laut Bündnis unter anderem in Amsterdam, Barcelona, Brüssel, Budapest, Klausenburg, Lissabon und Paris Menschen gegen steigende Mieten auf die Straße gehen.

          Der Demonstrationszug sollte vom Alexanderplatz über Karl-Marx-Allee und Warschauer Straße zum Schlesischen Tor ziehen und vor der Arena in Treptow enden. Dort fand zeitgleich eine Immobilienmesse statt.

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