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Sonntagsfrage : AfD und Grüne legen in Wählergunst weiter zu

  • Aktualisiert am

Die Bundesvorsitzenden der Grünen, Robert Habeck und Annalena Baerbock Bild: dpa

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, hätte die große Koalition zwar noch eine Mehrheit. Doch die Umfragewerte von Union und SPD stagnieren. Bei der Zufriedenheit mit der Arbeit der Groko gibt es aber eine Veränderung.

          Die AfD und die Grünen legen in der Wählergunst weiter zu. In der Sonntagsfrage des am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometers“ kommt die rechtspopulistische AfD auf einen neuen Bestwert von 16 Prozent. Das ist ein Punkt mehr als bei der vorangegangenen Umfrage. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden 15 Prozent die Grünen wählen. Auch das ist ein Plus von einem Punkt und der beste Wert für die Partei seit sechseinhalb Jahren.

          Die Union kommt unverändert auf 31 Prozent, die SPD verharrt bei 18 Prozent. Die FDP kann um einen Punkt auf acht Prozent zulegen, die Linkspartei verliert zwei Punkte und landet bei neun Prozent.

          Breite Mehrheit für eine Dienstpflicht

          Der Umfrage zufolge hätte eine große Koalition zwar noch eine Mehrheit. Diese fällt aber so knapp aus wie noch nie im „Politbarometer“. Von den anderen derzeit politisch denkbaren Bündnissen würde es nur für eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen reichen.

          Leicht zugenommen hat die Zufriedenheit mit der Arbeit der Regierung. Auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf kommt die Regierung auf einen Wert von minus 0,1. Im Juli hatte dieser Wert bei minus 0,6 Prozent gelegen. Die Zufriedenheit mit der Regierung war insbesondere wegen des Streits zwischen CDU und CSU über die Asylpolitik gesunken.

          Die Mehrheit der Bundesbürger würde die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht unterstützen. 68 Prozent und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen würden die Einführung einer einjährigen Dienstpflicht für alle jungen Männer und Frauen bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich begrüßen. Die größte Zustimmung gibt es demnach unter den Unions-Anhängern (77 Prozent), gefolgt von den Anhängern der AfD (72 Prozent). Aber auch jeweils etwa zwei Drittel der Anhänger von SPD (62 Prozent), FDP (65 Prozent) und Grünen (66 Prozent) sowie gut die Hälfte der Linke-Anhänger (52 Prozent) sprechen sich dafür aus.

          Skepsis gegenüber der Bewegung „Aufstehen“

          Von den laut „Politbarometer“ zehn wichtigsten Politikern erhielt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) die besten Bewertungen. Er kam auf der Skala von plus fünf bis minus fünf auf einen Wert von 1,7. Es folgen der Grünen-Politiker Cem Özdemir mit einem Wert von 1,1, Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mit 1,0, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit 0,9 und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mit ebenfalls 0,9.

          Skeptisch zeigten sich die Befragten über die von der Linkspolitikerin Sahra Wagenknecht ins Leben gerufenen Bewegung „Aufstehen“. Nur 21 Prozent aller Befragten glauben, dass mit der Bewegung parteiübergreifend linke Inhalte in Politik und Gesellschaft besser durchgesetzt werden können, 63 Prozent bezweifeln das.

          Für das „Politbarometer“ befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag telefonisch 1294 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich wurde mit zwischen zwei und drei Prozentpunkten angegeben.

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