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Zum 60. Geburtstag : Korrespondent singt Ständchen für Merkel

Bild: reuters

ZDF-Korrespondent Udo van Kampen hat Kanzlerin Merkel zum Geburtstag ein Ständchen gesungen - auf der Pressekonferenz nach dem EU-Sondergipfel. Die Kanzlerin schwieg und genoss - oder etwa nicht?

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          Wem immer schon einmal öffentlich ein Ständchen zu seinem Geburtstag gesungen wurde, der weiß: Auch wenn es nett gemeint ist, kann das eine Angelegenheit zum Fremdschämen werden. Erst will keiner anfangen zu singen, dann singen irgendwie doch alle los, die einen klamaukhaft, die anderen pathetisch, aber alle, um ihre Unsicherheit zu überspielen, und das Geburtstagskind steht peinlich berührt in der Mitte und weiß gar nicht, wo es hingucken soll. 

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Udo van Kampen, dem Brüsseler ZDF-Korrespondenten, war all das egal, als er Angela Merkel auf der Pressekonferenz nach dem EU-Sondergipfel in Brüssel spontan ein Ständchen zum 60. Geburtstag sang. Das kann man ein bisschen peinlich finden, als Berichterstatter distanzlos oder auch erfrischend unprätentiös im bierernsten Politikbetrieb - in jedem Fall aber war die Sangeseinlage im sonst staubtrockenen Brüssel so ungewöhnlich, dass van Kampen mit ihr sogar in den Nachrichten bei der britischen BBC landete.

          Vielen Dank für die Blumen: Angela Merkel wird 60 - und ein ZDF-Korrespondent singt

          „Ich glaube, ich spreche hier im Namen aller, wir möchten Ihnen ganz, ganz herzlich zum Geburtstag gratulieren und alles Liebe, Gute und Gesundheit wünschen“, sagte der ZDF-Korrespondent mit vibrierendem Pathos, nachdem er bei der Pressekonferenz eigentlich für eine Frage aufgerufen worden war. „Und viel Erfolg für die Zukunft.“ Ob er damit Merkels Zukunft als Kanzlerin meinte oder eben gerade nicht mehr?

          „Ich stimme das jetzt einfach mal an“

          Angela Merkel jedenfalls lächelte gnädig - da wusste sie aber auch noch nicht, was folgen würde: „Wenn Sie mutig sind, wären wir auch bereit, Ihnen ein kleines Ständchen zu singen“, drohte van Kampen, „und deshalb stimme ich das jetzt einfach mal an.“ Und weil die Kanzlerin mutig genug war, begann er zu singen: „Eins, zwei, drei: Happy birthday to you, happy birthday to you, happy birthday, liebe Bundeskanzlerin, happy birthday to you.“ Van Kampens Versuche, die anderen Journalisten zum Mitsingen zu animieren, scheiterten allerdings kläglich - aus dem geplanten gemischten Chor wurde ein Soloauftritt, der schon kurz nach Bekanntwerden im Netz die Runde machte und dort teils heftig als „distanzlos“ kritisiert wurde.

          Zumindest Angela Merkel nahm die holprige Ehrung, den „ersten Gesang zu meinem Geburtstag“, äußerst gefasst - und reagierte ansonsten, wie nur sie reagieren kann: mit einem sphinxenhaften Lächeln irgendwo zwischen ehrlicher Rührung und mildem Spott. „Ich hätte mitsingen müssen, dann wäre es besser geworden“, sagte sie noch mit nachsichtigem Tadel. Ob sie damit die stimmliche Qualität van Kampens oder aber die Tatsache meinte, dass außer ihm kein anderer Journalist mitgesungen hatte?

          Vielleicht galt Merkels Tadel aber ja auch den Kollegen vom EU-Rat. Der hat nämlich nicht für die Kanzlerin gesungen, sondern nur Blumen überreicht. Um es mit Merkels Worten zu sagen: „Jeder auf seine Art. Danke für das Ständchen.“

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