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Islamismus : Zahl der Salafisten gestiegen

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Mit einem Plakat auf dem Rücken versuchte ein Teilnehmer der Koran-Verteilaktion „Lies!“» am 31 Januar 2015 auf der Zeil in Frankfurt am Main die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Bild: dpa

Bundesweit soll die fundamentalistische Gemeinde auf 11.500 gewachsen sein. In der Salafisten-Hochburg Nordrhein-Westfalen jedoch ist der Anstieg offenbar gestoppt. Die Gefahr eines Anschlags sei aber weiterhin hoch.

          Die Zahl der Salafisten in Deutschland ist zum Jahresbeginn auf 11.500 gewachsen, wie die „Rheinische Post“ berichtete. Damit sind die islamistischen Fundamentalisten laut dem Bundesinnenministerium die einzige islamistische Gruppe mit „signifikant steigendem Personenpotenzial“. Im September 2018 wurden noch 11.300 Salafisten gezählt, 2017 waren es laut Verfassungsschutzbericht 10.800.

          In Nordrhein-Westfalen jedoch, das seit Jahren im Ruf einer salafistischen Hochburg steht, blieb die Zahl dem Bericht zufolge konstant bei 3100. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich erfreut, dass das zuvor stete Wachstum der salafistischen Gemeinde im einwohnerstärksten Bundesland offenbar gestoppt ist. „Trotzdem ist das noch lange kein Grund zur Entwarnung“, sagte Reul. Das Risiko eines Terroranschlags in Deutschland sei unverändert hoch.

          „Wir haben zwar derzeit keine Hinweise auf einen konkreten Anschlagsort und eine konkrete Anschlagszeit“, sagte der CDU-Politiker in der „Rheinischen Post“. „Wir müssen aber ständig damit rechnen, dass es Leute gibt, die Pläne schmieden.“

          Der Begriff „Salafismus“ kommt aus dem Arabischen und bedeutet „die frommen Altvorderen“ (as-salaf as salih). Entstanden ist die Bewegung im 19. Jahrhundert in Ägypten. Salafisten predigen einen Islam, der sich eng am Wortlaut des Koran und den Überlieferungen aus dem Leben des Propheten sowie seiner frühen frommen Gefährten orientiert. Der Salafismus ist geprägt von stark intoleranten Zügen gegenüber anderen Religionen. Demokratie oder Gleichberechtigung werden als „unislamisch“ abgelehnt.

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