https://www.faz.net/-gpf-95vsu

Rechtsextreme Szene : Zahl der „Reichsbürger“ dramatisch gestiegen

  • Aktualisiert am

Wie umgehen mit den Reichsbürgern? Die Zahl der Reichsbürger in Deutschland ist innerhalb eines Jahres um 50 Prozent gestiegen. Bild: dpa

Die rechtsextremen „Reichsbürger“ erfahren großen Zulauf. Zahlen der Verfassungsschutzämter zeigen, in welchen Bundesländern die Gruppierung besonders aktiv ist.

          Die Szene der sogenannten „Reichsbürger“ in Deutschland wird immer größer. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf die Verfassungsschutzämter der Länder berichtet, ist die Zahl der „Reichsbürger“ und sogenannten Selbstverwalter binnen Jahresfrist um mehr als 50 Prozent gestiegen – auf nunmehr 15.600 im Januar 2018. Anfang 2017 gingen die Sicherheitsbehörden noch von rund 10.000 „Reichsbürgern“ in Deutschland aus.

          Sorge bereitet den Experten auch, dass die Szene über eine große Zahl an legalen und illegalen Waffen verfügt. Dem Bericht zufolge besitzen mehr als 1000 Reichsbürger eine waffenrechtliche Erlaubnis.

          Die Bewegung erkennt die Bundesrepublik nicht an, spricht Behörden und Gerichten die Legitimität ab und behauptet, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Sie wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

          Die größte Szene gibt es „Focus“ zufolge in Bayern, wo die Behörden rund 3500 „Reichsbürger“ zählen. Es folgen Baden-Württemberg mit 2500, Nordrhein-Westfalen mit 2200, Niedersachsen mit 1400 und Sachsen mit 1300 „Reichsbürgern“, wie es in dem Bericht heißt.

          Eine bewaffnete Gruppe innerhalb der Szene plane offenbar sogar den Aufbau einer eigenen Armee. Entsprechende Bestrebungen hätten Verfassungsschutzämter in Ostdeutschland registriert. Sicherheitskreise hätten bestätigt, dass sich „Reichsbürger“ aus mehreren Bundesländern bei einem konspirativen Treffen mit dem Aufbau einer militärischen Organisation befasst hätten.

          Weitere Themen

          Es klemmt beim Brexit Video-Seite öffnen

          May auf Europareise : Es klemmt beim Brexit

          Am Montag hatte May die geplante Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus vorerst abgesagt, da sie nicht mit der erforderlichen Mehrheit für die Austritts-Vereinbarung rechnen konnte.

          Saalverweis für Abgeordneten Video-Seite öffnen

          Britisches Unterhaus : Saalverweis für Abgeordneten

          Nach Premierministerin Mays Entscheidung die Abstimmung über den Brexit-Deal zu verschieben unterbrach ein Abgeordneter die Sitzung im Parlament und wurde des Saales verwiesen.

          Topmeldungen

          Besuch eines Kanzlers: Johann Georg Reißmüller im Gespräch mit Helmut Kohl am 11. November 1997 auf dem Weg zur großen Redaktionskonferenz

          Johann Georg Reißmüller : Ein eiserner Zeuge des 20. Jahrhunderts

          Der frühere F.A.Z.-Herausgeber Johann Georg Reißmüller ist tot. Er starb im Alter von 86 Jahren in Frankfurt am Main. Sein journalistisches Lebensthema war das Schicksal Mittel-, Ost- und Südosteuropas.
          Hier liegt schon Schnee: Eine Frau wandert über den Großen Feldberg im Taunus

          So wird das Wetter : Winter is coming

          In Deutschland wird es in den nächsten Tagen frostig, glatt – und es fällt Schnee. Im höheren Bergland sinken die Temperaturen sogar auf bis zu minus zehn Grad.

          Brexit-Chaos : Was nun, Frau Premierministerin?

          Theresa May verschiebt die Abstimmung über den Brexit – und löst damit ein Chaos aus: Das Pfund stürzt ab, das Parlament rebelliert, die Bürger sind genervt. FAZ.NET stellt die vier wichtigsten Fragen zur Zukunft Großbritanniens.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.