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Bundesinnenministerium : Zahl der Asylanträge sinkt 2018 um 16 Prozent

  • Aktualisiert am

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und BAMF-Chef Hans-Eckhard Sommer präsentieren den Migrationsbericht der Bundesregierung Bild: Reuters

185.000 Asylanträge wurden 2018 in Deutschland gestellt. Damit sei seit Herbst 2015 ein „kontinuierlicher Rückgang“ der Asylzahlen zu beobachten, sagt Innenminister Seehofer. Die Zuwanderung liegt unter der „Obergrenze“.

          Der Rückgang der Asylanträge in Deutschland hält an. 2018 wurden Zahlen des Bundesinnenministeriums zufolge 161.931 Erstanträge gestellt. Das teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mit. Unter Berücksichtigung von Folgeanträgen waren es im vergangenen Jahr insgesamt 185.853 Asylanträge.

          Das bedeutete gegenüber 2017 einen Rückgang um 16 Prozent, als die Gesamtzahl noch bei rund 223.000 gelegen hatte. 2016 war der Wert auf über 700.000 geklettert, weil damals noch viele der 2015 angekommenen Flüchtlinge ihren Antrag einreichten.

          Viele der jüngsten Asylanträge kamen von Syrern, Irakern und Iranern. Die Anträge 2018 zeigten, dass „nach dem Höhepunkt der Flüchtlingslage im Herbst 2015 ein kontinuierlicher Rückgang des Asylzuzugs“ zu beobachten sei, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Seehofer wies darauf hin, dass 19,9 Prozent der Erstanträge, also etwa 32.000, für in Deutschland geborene Kinder im Alter von unter einem Jahr gestellt worden seien.

          Den Rückgang der Asylbewerberzahlen begründete der Innenminister mit dem gut funktionierenden Abkommen zwischen der EU und der Türkei, der konsequent umgesetzten Schließung der Balkanroute und den Grenzkontrollen an der österreichisch-deutschen Grenze.

          Trotz der „schönen Zahlen“ bestehe aber politisch noch einiger Handlungsbedarf. Als Herausforderungen nannte Seehofer unter anderem die Verbesserung von Integration und die weitere Ausweisung sicherer Herkunftsstaaten.

          Weniger als im Koalitionsvertrag vereinbart

          Vor allem bei der Nettozuwanderung, also nach Abzug von Rückführungen und Fällen freiwilliger Rückkehr, lägen die Zahlen unter der im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarten „Obergrenze“ für die Zuwanderung von Flüchtlingen, die auf 180.000 bis 220.000 im Jahr festgelegt worden war.

          In diesem Korridor werden auch Aufnahmen aus humanitären Gründen und über Resettlement-Programme mitgezählt sowie Menschen, die durch Familiennachzug nach Deutschland kommen. Die Zahlen brächten zum Ausdruck, dass die getroffenen Maßnahmen die gewünschte politische Wirkung hätten, sagte Seehofer: „Wir haben das Zuwanderungsgeschehen zusehends in den Griff bekommen.“

          Das Kontingent für den Familiennachzug zu subsidiär geschützten Flüchtlingen in Deutschland ist für das Jahr 2018 nicht ausgeschöpft worden. Wie das Bundesinnenministerium schon vor etwa zwei Wochen mitteilte, wurden bis Ende vergangenen Jahres 2.612 Visa erteilt. 3.260 Anträge auf Familiennachzug wurden demnach bewilligt. Vorhanden waren 5.000 Plätze – mit Inkrafttreten einer Neuregelung für subsidiär geschützte Flüchtlinge ab August 1.000 pro Monat.

          Subsidiär schutzberechtigt sind Menschen, die oftmals nicht als politisch Verfolgte im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt werden, sondern nur den untergeordneten Status zum Schutz vor Bürgerkrieg in ihrem Land erhalten. Betroffen sind vor allem Syrer.

          Auf der ganzen Welt sind nach Zahlen der Vereinten Nationen so viele Menschen auf der Flucht wie nie seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Ende 2017 waren rund 68,5 Millionen erfasst. Die meisten von ihnen, etwa 40 Millionen Menschen, sind Binnenflüchtlinge. Von denen, die über Grenzen hinweg fliehen, sucht ein großer Teil Schutz in Nachbarländern.

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