https://www.faz.net/-gpf-9fb6j

Flüchtlinge in Deutschland : Zahl der Asylanträge deutlich unter dem Vorjahr

  • Aktualisiert am

Erstaufnahmeeinrichtungen in Hessen 2015: Damals waren die Zahlen der Asylanträge noch deutlich höher. Bild: dpa

Etwa 26.000 weniger Asylanträge wurden in diesem Jahr im Vergleich zu 2017 in Deutschland gestellt – ein Rückgang von mehr als 15 Prozent. Für November und Dezember stellt Innenminister Seehofer eine Prognose.

          1 Min.

          In diesem Jahr haben bislang weitaus weniger Flüchtlinge einen Asylantrag in Deutschland gestellt als im selben Zeitraum des Vorjahres. Von Januar bis September seien 142.167 Anträge eingereicht worden, teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mit. Dies seien 26.139 und damit 15,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

          Im September wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 12.976 Asylanträge gestellt. Das ist ein Rückgang um 21,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum und um 14,2 Prozent zum Vormonat. Die meisten Menschen stammten aus Syrien, Iran und Irak.

          Insgesamt hat das Bamf in den ersten neun Monaten über die Anträge von 169.450 Personen entschieden – 67,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 17 Prozent wurden als Flüchtlinge anerkannt. 11,4 Prozent erhielten den nachrangigen subsidiären Schutz. Für 4,6 Prozent der Antragsteller wurden Abschiebungsverbote erlassen. Abgelehnt wurden die Anträge von knapp 60.000 Personen (35,1 Prozent). 31,9 Prozent der Anträge erledigten sich anderweitig, etwa weil andere EU-Staaten auf Grundlage des Dublin-Verfahrens für den Asylantrag zuständig waren.

          Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte am Dienstag in der Unions-Fraktion nach Angaben von Teilnehmern bekanntgegeben, dass in diesem Jahr bislang „netto“ rund 100.000 Flüchtlinge und Migranten nach Deutschland gekommen seien. Da im November und Dezember traditionell weniger Menschen neu nach Deutschland kämen, rechne er damit, weit unter der von der CSU früher genannten Schwelle von 200.000 Flüchtlinge und Migranten pro Jahr zu bleiben.

          Weitere Themen

          Frankreich fühlt sich hintergangen

          FAZ Plus Artikel: U-Boot-Deal : Frankreich fühlt sich hintergangen

          Zwischen Paris und Washington knirscht es gewaltig: Frankreich ist wegen des U-Boots-Deals der Vereinigten Staaten mit Australien erbost. US-Außenminister Blinken versuchte die Wogen in Paris zu glätten – erfolglos.

          Topmeldungen

          Der Betrieb hält sich in Grenzen: ein Blick ins fast leere Impfzentrum Sachsen (Dresden)

          Geringe Quoten im Osten : Impfen? Nicht mit mir!

          In Ostdeutschland sind die Corona-Impfquoten auffallend niedrig. Was ist der Grund dafür? Ein Soziologe sieht den Widerstand gegen die Spritze als Teil der grundlegenden Protesthaltung gegenüber der Regierung.
           Um dem sogenannten Ebergeruch vorzubeugen, werden männliche Ferkel  kastriert – bis Ende 2020 durfte die qualvolle Prozedur ohne Betäubung durchgeführt werden.

          Landwirtschaft : Wir brauchen eine Fleischwende

          Wir reden davon, den Klimawandel zu bekämpfen, schweigen uns aber über Nutztierhaltung und Fleischproduktion aus. Dabei gehört beides zusammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.