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Kanzlerin im Youtube-Interview : „Hast du WhatsApp?“

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Youtube-Star Florian Mundt alias LeFloid Bild: dpa

Die Kanzlerin Merkel wird am Freitag Youtube-Star LeFloid ein Interview geben. Der erreicht über seinen Youtube-Kanal mehr als zwei Millionen meist jugendliche Nutzer. Mit Merkel wollen sie über „Neuland“, die Homoehe und Flüchtlinge sprechen. Griechenland interessiert sie weniger.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt dem populären Youtuber LeFloid ein Interview. Der Videoblogger werde am Freitag im Kanzleramt erwartet, bestätigte eine Sprecherin der Bundesregierung am Dienstag eine entsprechende Ankündigung LeFloids. Das Interview findet im Umfeld des im April begonnenen Bürgerdialogs „Gut leben in Deutschland“ statt. Die Bundesregierung will den Bürgern damit eine Plattform bieten, ihre Vorstellungen von Lebensqualität in Deutschland zu diskutieren.

          Der 27 Jahre alte Youtuber Florian Mundt alias LeFloid zählt mit seinen Nachrichtenkommentaren zu den großen Stars des deutschsprachigen Internets. Er hat mehr als 2,6 Millionen Follower bei Youtube, die vornehmlich Jugendliche sind. Da kann die Bundeskanzlerin nicht mithalten. Die Bundesregierung verfügt zwar über einen eigenen Youtube-Kanal, auf dem auch Videos mit der Kanzlerin zu sehen sind. Doch beträgt die Zahl der Abonnenten gerade einmal 12 800. „LeFloid schafft es wie kaum ein anderer deutscher Youtuber, mit seinem jungen Publikum  auch über  politische Sachverhalte zu diskutieren. Mit seinen 2,6 Millionen Abonnenten auf Youtube zählt er zu den bekanntesten Vertretern einer jungen Generation, die ihre Nachrichten und Informationen zunehmend im Netz sucht“, begründet ein Regierungssprecher die Wahl ausgerechnet dieses Videobloggers. Bekannt ist der aber auch für seinen reißerischen Stil.

          In seinem jüngsten Video-Beitrag kündigt LeFloid an:„Am kommenden Freitag habe ich einen Termin mit einer jungen Frau.“ Er wolle mit „der Angela ein wenig schnacken“ und bittet das Netz unter dem Hashtag #NetzFragtMerkel um Fragen, die der Kanzlerin unbedingt gestellt werden müssten. Das Video zu seinem Gespräch mit der CDU-Vorsitzenden wolle er am Montag ins Netz stellen.

          Bis Dienstagvormittag wurde die Ankündigung des Interviews auf seinem Kanal rund 14 000 Mal kommentiert. Aus den eingesandten Fragen wird LeFloid Fragen wählen und der Kanzlerin stellen. „Eine Vorauswahl durch die Bundesregierung findet nicht statt“, sagt ein Regierungssprecher. Geld wird der Youtube-Star für das Interview nicht erhalten. Ob die Kanzlerin bald häufiger in sozialen Netzwerken zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten. „Das Internet steht niemals still und so wird sich auch die Kommunikation der Bundesregierung in den neuen Medien kontinuierlich weiterentwickeln“, heißt es vom Bundespresseamt.

          Die bisher eingereichten Fragen beziehen sich unter anderem auf die Lage der Flüchtlinge in Deutschland, aber auch auf die Haltung der Kanzlerin zur Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Ein Nutzer würde gern von der Kanzlerin wissen, ob das Internet für sie noch immer „Neuland“ sei. Auf einer Pressekonferenz im Jahr 2013 sorgte sie mit ihrer Äußerung „Das Internet ist für uns alle Neuland“ für Häme der Netzgemeinde, die ihrer Empörung auf Twitter unter #Neuland Luft machte.

          Einer der erfolgreichsten Youtuber in Deutschland

          Auf seinen Videoblogs greift der Berliner Student Florian Mundt aktuelle Ereignisse auf, widmet sich aber auch Fragen wie „Leben auf dem Mars?“ oder „Können wir bald Dinosaurier klonen?“ Mundt steht mit seinem Kanal LeFloid auf Platz vier der meist abonnierten Youtube-Kanäle in Deutschland. LeFloid ist der einzige Kanal mit nachrichtlichen Inhalten unter den Top 5.

          Seit Juni diesen Jahres sind die insgesamt drei Kanäle des Videobloggers „LeFloid“, „FlipFloid“ und „DoktorFroid“ Teil des Multi-Channel-Netzwerk Studio 71 der ProSiebenSat1-Mediengruppe. Im Oktober 2014 war es zum Zerwürfnis mit seinem damaligen Vermarkter „Mediakraft“ gekommen. Mundt kündigte daraufhin den Vertrag mit der Vermarktungsgesellschaft. Er begründete sein Ausscheiden damit, dass ihm der Geist der Zusammengehörigkeit in der Zusammenarbeit fehle.

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