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Gebrochen: Wenn Eltern wählen, ob ihr Kind aufs Gymnasium geht, treffen viele Fehlentscheidungen. Das Ergebnis: überforderte Schüler verlieren durch Misserfolge ihr Selbstbewusstsein. Bild: plainpicture/Readymade-Images/La

Nach der Grundschule : Wenn Eltern für ihre Kinder wählen

In fast allen Bundesländern entscheiden die Eltern, ob ihr Kind aufs Gymnasium gehen soll oder nicht. Ihre Wahl ist oft nicht die beste. Politiker schrecken vor Veränderungen zurück.

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          Für Eltern von Schulkindern ist die Sorge groß, für ihre Kinder die richtige weiterführende Schulform zu finden. Sie denken oft schon vom ersten Tag der Grundschule an darüber nach. Denn bis auf Thüringen und Bayern haben mittlerweile alle Bundesländer den Elternwillen freigegeben. Die Eltern entscheiden, ob ihr Kind aufs Gymnasium gehen soll oder nicht. Ein Hauptschulabschluss kommt für die meisten nicht in Frage, mindestens mittlere Reife, am besten ein Abitur soll das Ziel sein. Und das gilt für Familien mit Einwanderungsgeschichte wie für einheimische Familien gleichermaßen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Auf diese Weise gelangen auch Kinder aufs Gymnasium, denen die Grundschule einen mittleren Schulabschluss empfohlen hatte. In Baden-Württemberg war der Wechsel von einer verbindlichen Grundschulempfehlung, über die sich Eltern kaum hinwegsetzen konnten, zur völligen Freigabe besonders spürbar: Plötzlich blieben schon in der fünften Gymnasialklasse sehr viele Kinder sitzen, und die Lehrer rätselten, für welche Schulart die Grundschule sie eigentlich empfohlen hatte. Denn die weiterführende Schule hatte kein Recht, die Grundschulempfehlung einzusehen.

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