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Verdopplung und R-Wert : Warum wechseln die Corona-Zahlen ständig?

Pflegerinnen am Bett eines Covid-19-Patienten in Langen Bild: Frank Röth

Den Bürgern werden von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten ständig neue Zahlen genannt, auf die es bei Corona ankommt. Die FDP glaubt, das sei politisch motiviert. Eine Verschwörung?

          5 Min.

          Im März redeten alle von der Verdopplung. An ihr sollte die Seuche gemessen werden. Die Verdopplungszahl beschreibt, wie steil die Kurve der Infizierten ist. Sie ist also ein wirklicher Gradmesser. Alle drei Tage verdoppelte sich damals die Zahl der Infizierten in Deutschland. Das war so steil wie der letzte Anstieg einer Tour-de-France-Bergetappe, eine mörderische Rampe also. Ende März war die Kurve schon flacher, da verdoppelte sich die Zahl der Infizierten nur noch alle vier bis fünf Tage.

          Sibylle Anderl
          Redakteurin im Feuilleton.
          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das reichte aber nicht. Es wurden Kontaktverbote erlassen, die bis heute gelten. Die Bundeskanzlerin machte eine höhere Verdopplungszahl zur Bedingung für Lockerungen. Auf mindestens zehn Tage müsse sie steigen, sagte Angela Merkel. Kanzleramtsminister Helge Braun legte noch eine Schippe drauf. Auf „10, 12 oder 14 Tage“ müsse die Zahl steigen, sagte er. Erst dann könnte das Gesundheitssystem die Pandemie schaffen. Also stierten alle auf diese Zahlen: 10, 12 oder 14.

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