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Wolfgang Kubicki : Nur für Moskau

Wolfgang Kubicki, stellvertretender FDP-Parteivorsitzender, am Mittwoch in Berlin bei einer Sitzung des Bundestages. Bild: dpa

Für Moskau zerreißt der FDP-Mann sich geradezu. Die Nato kommt da deutlich schlechter weg. Und wie hat man den Aufnahmewunsch der Mittelosteuropäer nur ohne Zustimmung des Kremls erfüllen können?

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          Wolfgang Kubicki ist nicht nur ein hohes Tier in der FDP, sondern auch Strafverteidiger mit interessanten Mandaten. Dazu gehören nach seiner Aussage drei Unternehmen, die wegen der Sanktionen, die der Westen nach der Okkupation der Krim gegen Russland verhängte, pleitegingen. Moskau ist auch der Beschuldigte, für den Kubicki sich gegenwärtig öffentlich geradezu zerreißt, wohl ganz ohne Auftrag. „Es gilt die Unschuldsvermutung!“, ruft der Anwalt all jenen zu, die behaupten, der Kreml stecke hinter dem Giftanschlag in England.

          Nicht einmal Schröder könnte so ausdauernd wie Kubicki für „Nord Stream 2“ und die Lockerung der Sanktionen plädieren, und der bekommt russischen Sold. Bessere Argumente als jene, die schon Linkspartei und AfD dem Kreml nachplapperten, vermag aber auch der FDP-Vize nicht zu liefern. Für die Nato lässt er die Unschuldsvermutung nicht gelten: Die brauche „wieder einen Feind“. Außerdem sei es ein Fehler gewesen, die osteuropäischen Staaten „ohne Zustimmung Russlands“ aufzunehmen. Somit gilt auch Kubickis Souveränitätsvermutung wohl nur für Moskau.

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