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Wirklichkeit und Wahrnehmung : Wenig Fremde, viel Rassismus

  • -Aktualisiert am

Plakat bei einer Anti-Rassismus-Demonstration Anfang Juni in Goslar Bild: dpa

Toleranz, Gerechtigkeit und Anerkennung: Der Grad der wahrgenommenen Diskriminierung steigt, je besser das gesellschaftliche Klima ist. Warum ist das so?

          Das Meinungsbild ist verhältnismäßig klar. Für fast zwei Drittel aller Befragten ist Rassismus in Deutschland ein „großes“ oder gar ein „sehr großes Problem“, wie kürzlich der „Deutschlandtrend“ des Forschungsinstituts Infratest Dimap ergeben hat. Dabei machte es nicht einmal einen großen Unterschied, ob die Befragten selbst über einen Migrationshintergrund verfügten – auch jene, die ihre Wurzeln ausschließlich in Deutschland haben, wollen hierzulande ein kritisches Ausmaß an Rassismus erkannt haben. Auch Stephan Weil (SPD), der Ministerpräsident Niedersachsens, forderte in der Zeitung „Tagesspiegel am Sonntag“, Deutschland dürfe sein „Rassismus-Problem nicht länger ignorieren oder verharmlosen“. Wie es scheint, hat der bis auf weiteres zurückgetretene türkischstämmige Fußball-Nationalspieler Mesut Özil also einen Nerv getroffen, als er in seiner mehrseitigen Erklärung vor gut zwei Wochen eine fortdauernde Diskriminierung anprangerte.

          Nun reagiert jeder Nerv nur so stark, wie man ihn gerade reizt. Das gilt auch – und gerade – für das gesellschaftliche Sensorium, mit dem das Ausmaß von Diskriminierung festgestellt wird. Denn während die meisten Bürger sich rasch eine Meinung dazu bilden können, wie rassistisch die Gesellschaft gerade ist, stehen Sozialwissenschaftler in dieser Frage vor einem Problem. Internationale Studien zeigen, dass Angehörige von Minderheiten sich in jenen Ländern besonders stark unterdrückt fühlen, in denen die Lage verhältnismäßig gut ist – zum Beispiel in Skandinavien. Umgekehrt klagen diese Gruppen dort, wo sie nachweisbar stärker verfolgt und bedrängt werden, also zum Beispiel in Osteuropa, weitaus seltener über Diskriminierung. Es ist paradox. Gingen Wirklichkeit und Wahrnehmung Hand in Hand, es müsste gerade umgekehrt sein.

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