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Wirecard-Skandal : Das Kanzleramt geht in die Offensive

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Regierungssprecher Steffen Seibert (links) und dem Leiter der Wirtschafts- und Finanzabteilung im Bundeskanzleramt, Lars-Hendrik Röller (rechts) im Februar 2020 Bild: dpa

Normalerweise wird wenig verraten aus Merkels Machtzentrum. Nun macht das Kanzleramt öffentlich, welche Rolle ein alter Bekannter im Fall Wirecard gespielt hat. Was also wusste die Kanzlerin?

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Als Angela Merkel am 5. September 2019 in Berlin-Tegel in ihr Flugzeug stieg, um Richtung China aufzubrechen, dürfte sie kaum geahnt haben, dass diese Reise ihr Monate später auf unterschiedliche Weise noch nachhängen würde. Dabei ist es ein Zufall gewesen, dass die Kanzlerin, die bei ihren alljährlichen China-Reisen neben der Hauptstadt Peking immer noch eine zweite chinesische Stadt besucht, dieses Mal ausgerechnet Wuhan ausgesucht hatte. Jene Stadt, die schon wenige Monate später zum Synonym für den Ausbruch der Corona-Pandemie werden sollte. Und – gleich ein zweiter Zufall – Merkel besuchte in Wuhan auch noch das Unternehmen Webasto, an dessen süddeutschem Standort Covid-19 nach bisherigem Kenntnisstand deutschen Boden betrat. Aber persönlich bedeutete das für Angela Merkel nichts.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Das könnte mit einem zweiten Nachklang ihres Ausflugs ins Reich der Mitte ganz anders sein. Denn Merkel sprach mit ihren Gastgebern in China auch über Wirecard, jenes Dax-Unternehmen, das bis vor einiger Zeit noch aussah wie ein deutscher Hoffnungsträger in der internationalen Finanzwelt, aber mittlerweile zu einem Fall für die Staatsanwaltschaft geworden ist, der dem Ruf Deutschlands in der Welt jetzt schon schweren Schaden zugefügt hat. Als ob das alles nicht genug wäre, setzte sich Merkel auf Bitten jenes Mannes für Wirecard ein, der sie zumindest zunächst als Minister in ihrem ersten und zweiten Kabinett zu faszinieren schien, dann aber genauso abstürzte wie Wirecard: Karl-Theodor zu Guttenberg.

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