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Ausweg aus der Corona-Krise : Das ist keine Debatte. Das ist Manipulation!

  • -Aktualisiert am

Hat einen Exit-Plan vorgelegt: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet Ende März im Universitätsklinikum Aachen. Bild: dpa

Deutschland braucht eine freie und offene Diskussion über die Wege aus der Corona-Krise. Daran hat es in den vergangenen Wochen gemangelt.

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          Auch Gedanken können ansteckend sein. Deshalb fürchten sich in diesen Tagen manche vor ihnen. Zum Beispiel davor, dass es bald kein Klopapier mehr gibt. Diese Idee hat für viel Ärger gesorgt, und obwohl sie Unsinn ist, hat sie sich exponentiell verbreitet, mit einer Verdopplungsgeschwindigkeit von wenigen Tagen. Danach war alles ausverkauft, das wirkte beinahe krank. Viele fürchten sich auch vor einer Exit-Debatte. Damit ist die Frage gemeint, ob wir die Kontaktbeschränkungen nach Ostern lockern sollten. Es gibt Politiker, die darüber nicht in der Öffentlichkeit diskutieren wollen, zum Beispiel die Bundeskanzlerin. Sie treibt die Sorge um, dass die Menschen leichtsinnig werden könnten und an Ostern ihre Verwandten besuchen. Dann gäbe es in drei Wochen eine Sterbewelle. Das ist eine plausible Sorge. Aber haben die Deutschen ihre Disziplin nicht bewiesen? Ist ihnen eine offene Debatte nicht zuzutrauen?

          Wir reden über Maßnahmen gegen die Pandemie manchmal sehr mechanisch. Es ist die Stunde der Exekutive, heißt es dann. Andere sagen, es sei die Stunde der Wissenschaft. Beides stimmt nur zum Teil. Es ist vor allem die Stunde der Politik. Es geht um Fragen, die allein politisch beantwortet werden können. Was wiegt schwerer? Eine Jahrhundertrezession oder eine Jahrhundertpandemie? Menschenleben kommen vor Börsenkursen, lautet die Antwort. Das ist wahr. Aber durch eine Rezession könnten auch Tausende sterben, und nicht nur solche, die sich aus Verzweiflung umbringen. Arbeitslosigkeit und Armut senken die Lebenserwartung massiv, das ist erwiesen.

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